Aschermittwoch in Koblenz verbindet Kunst und Theologie in einzigartiger Veranstaltung
Aschermittwoch in Koblenz verbindet Kunst und Theologie in einzigartiger Veranstaltung
Ein besonderer Aschermittwochsgottesdienst in Koblenz verband Kunst, Theologie und Kultur
In diesem Jahr brachte ein außergewöhnlicher Aschermittwochsgottesdienst in Koblenz Kunst, Theologie und Kultur zusammen. Im Mittelpunkt stand die Installation Mensch von Barbara Gröbl, die in der Herz-Jesu-Kirche ausgestellt wurde. Das Werk setzte sich mit den Widersprüchen der menschlichen Natur auseinander – unserer Fähigkeit zu erschaffen und zu zerstören – und knüpfte damit an das zentrale Thema des Gottesdienstes an: Unvollkommenheit und Kreativität.
Die Feier am 5. März 2025 entstand in Zusammenarbeit lokaler kirchlicher und kultureller Akteure. Superintendent Rolf Stahl und Dechant Thomas Darscheid leiteten die Veranstaltung, die traditionelle Liturgie mit künstlerischer Reflexion verband. Gröbls Installation bezog sich direkt auf den biblischen Sündenfall und zeigte den Menschen als zugleich fehlerhaft und erfinderisch.
Professor Wolf-Andreas Liebert hielt einen Hauptvortrag über das Wortspiel ersöchpferisch – eine Verbindung aus schöpferisch (kreativ) und erschöpft (erschöpft). Er untersuchte Sigmund Freuds Idee des "prothetischen Gottes" und diskutierte, wie moderne Technologie und politische Veränderungen das Verhältnis der Gesellschaft zu Kreativität prägen. Musiker, Schauspieler und bildende Künstler bereicherten die Veranstaltung mit ihren Beiträgen und vertieften das Thema.
Im Anschluss an den Gottesdienst ging es für die Besucher weiter zur Eröffnung einer Ausstellung im Künstlerhaus Metternich, veranstaltet vom Bund Bildender Künstler Mittelrhein (AKM). Barbara Gröbls Installation Mensch bleibt bis Sonntag, den 15. März 2026, in der Herz-Jesu-Kirche zu sehen.
Die Veranstaltung verband religiöse Tradition mit zeitgenössischer Kunst und schuf einen Raum zur Reflexion über die Dualität des Menschen. Gröbls Installation und Lieberts Vortrag boten unterschiedliche, aber einander ergänzende Perspektiven auf Kreativität und ihre Grenzen. Die Ausstellung im Künstlerhaus Metternich führt den Dialog nun über die Kirchenmauern hinaus fort.
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