Kirchenpräsident warnt vor gefährlicher Vermischung von Glaube und rechtem Populismus
Präses Latzel warnt vor politischer Missbrauch des Glaubens - Kirchenpräsident warnt vor gefährlicher Vermischung von Glaube und rechtem Populismus
Thorsten Latzel, Präsident der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat sich gegen die zunehmende Vermischung von Religion und Politik ausgesprochen. Auf der noch laufenden Synode der Landeskirche warnte er davor, dass der Glaube zur Rechtfertigung nationalistischer und militaristischer Agenden instrumentalisiert werde. Seine Äußerungen richteten sich gegen Entwicklungen sowohl in den USA als auch in Deutschland, wo sich evangelikale Gruppen zunehmend mit rechtsextremen Bewegungen verbünden.
Latzel verurteilte die engen Verbindungen zwischen evangelikalen Christen und der Politik des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Er betonte, dass Jesus nicht als Figur für nationale oder imperialistische Ideologien vereinnahmt werden dürfe. Stattdessen forderte er eine Rückkehr zu christlichen Werten, die sich auf Frieden und Konfliktvermeidung konzentrieren.
Der Kirchenvertreter kritisierte zudem die "Militarisierung des Denkens" in der modernen Politik. Er rief Regierungen dazu auf, Mittel aus der Aufrüstung umzulenken, um stattdessen den Klimawandel und die Armut zu bekämpfen. Seine Aussagen fielen während der Synode, die noch bis Dienstag tagt und Regionen wie Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland umfasst. In Deutschland wies Latzel besonders auf die besorgniserregende Unterstützung rechtspopulistischer Parteien wie der AfD durch "christliche Influencer" hin. Zwar nannte er keine konkreten Politiker wie Tino Chrupalla oder Alice Weidel, warnte aber vor den Gefahren einer Vermengung von Populismus, Politik und Religion.
Die Debatten der Synode spiegeln die größeren gesellschaftlichen Diskussionen über die Rolle des Glaubens im öffentlichen Leben wider. Latzels Haltung unterstreicht den Appell an evangelikale Gruppen, sich von nationalistischen Programmen zu distanzieren. Gleichzeitig plädiert er für eine stärkere Fokussierung auf globale Herausforderungen wie Armut und Umweltkrisen.
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