Vater klagt nach Tod der Tochter auf 125.000 Euro Schadensersatz gegen NRW
Vater klagt nach Tod der Tochter auf 125.000 Euro Schadensersatz gegen NRW
Der Vater von Emily, einer Schülerin, die während einer Schulreise nach London starb, verklagt das Land Nordrhein-Westfalen auf 125.000 Euro Schadensersatz. Er wirft zwei begleitenden Lehrkräften grobe Fahrlässigkeit vor, die zum Tod seiner Tochter geführt und ihm schwere psychische Schäden zugefügt habe. Das Land hat seine Forderungen nun offiziell zurückgewiesen – damit bahnt sich ein juristischer Streit an.
2022 wurden zwei betreuende Lehrer wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, nachdem sie es versäumt hatten, eine ausreichende Gesundheitskontrolle durchzuführen und angemessen auf Emilys sich verschlechternden Zustand während der Reise zu reagieren. Ihr Vater suchte später eine außergerichtliche Einigung mit Schulvertretern und Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU), doch die Verhandlungen scheiterten.
Die Rechtsvertretung des Landes hat nun eine Stellungnahme eingereicht, in der alle Ansprüche abgelehnt werden. Sie argumentiert, die Klage sei verjährt und es bestehe keine rechtliche Grundlage für Entschädigungszahlungen. Zudem bestreitet sie einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Handeln der Lehrer und den psychischen Problemen von Emilys Vater. Seine Arbeitsunfähigkeit stehe demnach in keinem Zusammenhang mit dem Tod der Tochter.
Die Anwältin des Landes bezeichnete die geforderten 125.000 Euro als "erheblich überzogen" und schlug im Falle einer berechtigten Forderung höchstens 2.000 Euro vor. Unterdessen hat der Vater für den 9. Dezember eine Mahnwache vor dem Ministerium angekündigt. Die Verhandlung vor dem Landgericht Düsseldorf ist für den 11. Februar angesetzt; der zuständige Richter steht noch nicht fest.
Das Land hält daran fest, dass Emilys Vater weder Anspruch auf Schadensersatz noch auf Schmerzensgeld habe. Auch die Behauptung, er leide seit ihrem Tod unter Depressionen, Suizidgedanken oder einer existenziellen Krise, wird zurückgewiesen. Das anstehende Gerichtsverfahren wird zeigen, ob die Klage zugelassen oder abgewiesen wird.
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