38.000 Unterschriften gegen Hochgeschwindigkeitspläne der Deutschen Bahn
38.000 Unterschriften gegen Hochgeschwindigkeitspläne der Deutschen Bahn
Eine Petition, die eine grundlegende Überarbeitung des deutschen Fahrplans im Schienenverkehr fordert, hat in nur sechs Wochen fast 38.000 Unterschriften gesammelt. Die von lokalen Initiativen und Landwirtschaftsverbänden getragene Kampagne lehnt Pläne für neue Hochgeschwindigkeitsstrecken der Deutschen Bahn (DB) ab und setzt sich stattdessen für die Modernisierung bestehender Strecken ein. Die Organisatoren argumentieren, dass der Ausbau der vorhandenen Infrastruktur kostengünstiger und klimafreundlicher wäre.
Die Petition "Deutschlandfahrplan überdenken" wurde von der Bürgerinitiative Widuland, dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband sowie regionalen Frauenverbänden ins Leben gerufen. Insgesamt wurden 31.000 Unterschriften auf Papier gesammelt, weitere 6.600 gingen online aus dem gesamten Bundesgebiet ein.
Die Bahnbehörde hat zwölf mögliche Trassenkorridore für eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Hannover und Bielefeld vorgeschlagen. Sollte die Strecke gebaut werden, könnten Züge mit bis zu 300 km/h verkehren und die Fahrzeit von derzeit 48 auf 31 Minuten verkürzen. Die Unterzeichner der Petition halten solche Projekte jedoch für überflüssig und umweltschädlich.
Laut aktuellem Bundesverkehrswegeplan wird der Abschnitt Hannover–Bielefeld der RE-70-Linie ab Dezember 2025 Veränderungen erfahren. Dazu gehören neue ICE-Verbindungen – etwa eine 55-minütige Direktverbindung zwischen Hannover Hbf und Bielefeld Hbf – sowie ausgeweitete IC-Leistungen zwischen Dortmund und Hannover mit Halten in Gütersloh und Herford. Ab März 2026 werden ICE-Züge zudem wieder in Bielefeld und Herford halten. Aufgrund von Bauarbeiten bei Wunstorf und Hannover kommt es ab Ende 2025 vorübergehend zu Umleitungen im Güterverkehr.
Die Petition fordert den Verzicht auf neue Hochgeschwindigkeitsstrecken der Deutschen Bahn und eine Senkung der Höchstgeschwindigkeiten im Schienenverkehr. Stattdessen soll in die Aufwertung des bestehenden Netzes investiert werden, um Kapazitäten und Zuverlässigkeit zu verbessern.
Die Kampagne spiegelt eine wachsende öffentliche Skepsis gegenüber den Ausbauplänen der Deutschen Bahn wider. Mit Zehntausenden Unterstützern wächst der Druck für nachhaltigere und bezahlbarere Lösungen im Schienenverkehr. Die endgültige Entscheidung über die Strecke Hannover–Bielefeld und die weiteren Fahrplananpassungen wird zeigen, ob die Hochgeschwindigkeitsprojekte wie geplant umgesetzt werden.
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