Streit um Ohligser City-Ring: Senioren wehren sich gegen Verkehrspläne
Amelie FrankeStreit um Ohligser City-Ring: Senioren wehren sich gegen Verkehrspläne
Die Debatte um den Ohligser City-Ring in Solingen nimmt eine neue Wendung, nachdem sich die Grünen Senioren vehement gegen aktuelle Vorschläge ausgesprochen haben. Ursprünglich 2022 als Straßenbahn-Rundkurs befürwortet, steht das Projekt nun wegen der explodierenden Kosten von 250 Millionen Euro und der ökologischen Folgen in der Kritik. Nach dem vorläufigen Stopp der Pläne durch den Stadtrat Anfang 2026 haben Alternativvorschläge – darunter ein 45-Millionen-Rad- und Fußweg sowie optimierte Busverbindungen – für weitere Kontroversen gesorgt.
Der Ohligser City-Ring ging auf Initiativen lokaler Gruppen wie den Ohligser Jongens, der ISG und der OWG zurück und fand zunächst Zustimmung, da er bessere Verkehrsanbindungen versprach. Doch bis 2025 mehrten sich die Bedenken wegen der steigenden Kosten und der Umweltbelastung. Die Entscheidung des Stadtrats, das Projekt im Februar 2026 auf Eis zu legen, ebnete den Weg für neue Konzepte – etwa von der Bürgerinitiative Ohligs Zukunft und den Grünen Solingen, die günstigere und nachhaltigere Lösungen vorlegen.
Die Grünen Senioren lehnen diese Alternativen nun ab und warnen, dass eine vollständige Sperrung der Lennestraße für Busse die wichtige Haltestelle "Ohligs Markt" wegfallen ließe. Für viele ältere Bürger:innen, so ihr Argument, würden längere Fußwege zu entfernteren Haltestellen – besonders nach Einkäufen oder bei eingeschränkter Mobilität – eine echte Härte bedeuten. Öffentliche Verkehrsmittel seien für diese Gruppe oft unverzichtbar, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder wegen finanzieller Engpässe.
Stattdessen unterstützen die Grünen Senioren den Kompromissvorschlag aus dem Nahverkehrsplan: eine Reduzierung des Busverkehrs auf der Lennestraße bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der zentralen Anbindungen ins Stadtzentrum. Sie betrachten die Frage als Teil eines größeren Verkehrsumbruchs und bestehen darauf, dass Veränderungen alle Altersgruppen gerecht berücksichtigen müssen.
Die Haltung der Grünen Senioren unterstreicht die Schwierigkeit, in der Stadtplanung Kosten, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit unter einen Hut zu bringen. Ihr Widerstand gegen die Sperrung der Lennestraße und die Abschaffung des City-Rings hält die Diskussion in Gang. Die endgültige Entscheidung wird abwägen müssen zwischen finanziellen, ökologischen und sozialen Belangen – insbesondere für diejenigen, die am stärksten auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.






