Schneechos in NRW: Warum Schulen plötzlich zum Fernunterricht wechseln mussten
Schneechos in NRW: Warum Schulen plötzlich zum Fernunterricht wechseln mussten
Schulen in Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern wechseln am Montag wegen starker Schneefälle und Glätte zum Fernunterricht
Die Entscheidung hat eine Debatte ausgelöst, ob die Schließungen wirklich notwendig waren – angesichts der bisherigen Wintervorsorge und der heutigen technischen Möglichkeiten.
Die Sicherheit von Schülern auf winterlichen Straßen wurde in Deutschland nach den schweren Schneestürmen im Januar 1963 zu einer Priorität, als Tausende in Bayern festsaßen. Damals wurden Notfallpläne eingeführt, darunter der Einsatz von Schneepflügen und die Unterstützung durch das Militär, um künftige Störungen zu vermeiden. Doch sechs Jahrzehnte später bestehen ähnliche Herausforderungen fort.
Kritiker argumentieren, dass ein früherer Winterdienst und eine bessere Schneeräumung die Wege für Fußgänger sicher hätten halten können. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte zudem, dass die meisten Schüler in der Nähe ihrer Schule wohnen – gut instand gehaltene Routen hätten die Schließungen möglicherweise vermeiden können. Mobiltelefone ermöglichen es Schülern heute, im Notfall Hilfe zu rufen, was das Risiko weiter verringert. Der plötzliche Wechsel zum Fernunterricht hat jedoch viele Familien in Hektik gestürzt. Eltern hatten kaum Zeit, ihre Arbeitspläne anzupassen oder eine Kinderbetreuung zu organisieren. Nicht alle Schüler verfügen über einen zuverlässigen Internetzugang, einen ruhigen Arbeitsplatz oder elterliche Unterstützung, was die bildungsbezogenen Ungleichheiten verstärkt.
Einige Verantwortliche schlagen vor, stattdessen klassische „Schneefreie Tage“ auszurufen, um sicherzustellen, dass kein Kind aufgrund der familiären Situation zurückbleibt. Ungeklärt bleibt auch, wie gut digitale Systeme und Lehrkräfte den schnellen Umstieg auf Online-Unterricht bewältigen können.
Die Entscheidung, die Schulen zu schließen, wirft grundsätzliche Fragen zur Wintervorsorge und zum digitalen Lernen auf. Zwar stand die Sicherheit im Vordergrund, doch der Schritt hat für Familien logistische und bildungspolitische Probleme geschaffen. Die Behörden könnten künftig sowohl die Winterstraßeninstandhaltung als auch die Unterstützung für benachteiligte Schüler bei extremen Wetterlagen neu bewerten müssen.
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