09 May 2026, 03:03

Dresdner Helfer akzeptiert Narbe nach Messerangriff als "Mahnmal"

Two women kissing on a poster with text at the bottom reading "Charity and Justice After the Pastel in the Royal Gallery, Dresden, from a Carbon Print by Braun".

Dresdner Helfer akzeptiert Narbe nach Messerangriff als "Mahnmal"

Im vergangenen Jahr wurde der 21-jährige Dresdner John Rudat in einer Straßenbahn Opfer eines brutalen Angriffs, als er einer bedrohten Frau zu Hilfe kam. Diese Woche stand er erneut vor Gericht, um sich den beiden Männern zu stellen, die für die Tat verantwortlich gemacht werden. Die Verhandlung brachte nicht nur Entschuldigungen der Angeklagten, sondern auch eine überraschende Haltung Rudats zu den Folgen des Vorfalls. Der Angriff ereignete sich, als Rudat sich in eine Auseinandersetzung zwischen dem 22-jährigen arbeitslosen Majd A. und dessen 18-jähriger Freundin einmischte. Majd A. griff den jungen Mann daraufhin mit einem Teppichmesser an und fügte ihm eine tiefe Gesichtsverletzung zu. Die Wunde, die sich von unter Rudats Auge über die Nase bis zur Oberlippe zieht, musste am Universitätsklinikum Dresden mit 40 Nähten versorgt werden.

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Während des Prozesses entschuldigten sich beide Angeklagten direkt bei John Rudat. Dieser zeigte sich jedoch versöhnlich und erklärte, die Narbe als bleibendes Symbol und Mahnmal des Vorfalls zu akzeptieren. Er verzichtet bewusst auf weitere kosmetische Operationen und bedankte sich stattdessen bei dem behandelnden Arzt für die medizinische Versorgung.

Die Solidarität mit Rudat war nach dem Angriff groß: Eine GoFundMe-Kampagne brachte über 95.000 US-Dollar (rund 88.000 Euro) ein. Die Spendenaktion unterstreicht die breite Unterstützung, die der junge Mann aus Dresden nach dem Vorfall erfahren hat. Der Fall zeigt nicht nur die Brutalität des Angriffs, sondern auch die innere Stärke John Rudats, der die Narbe als Teil seiner Geschichte annimmt. Die Entschuldigungen der Angeklagten und die finanzielle Unterstützung durch Spenden markieren zugleich ein Zeichen der gesellschaftlichen Solidarität. Die Verhandlung bleibt ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Aufarbeitung des Vorfalls.

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