Asylanträge in Mexiko sinken auf Niveau von 2019 – was steckt dahinter?
Felix HoffmannAsylanträge in Mexiko sinken auf Niveau von 2019 – was steckt dahinter?
In Mexiko ist die Zahl der Asylanträge nach Jahren des Anstiegs kontinuierlich zurückgegangen. Neue Zahlen zeigen, dass die Anfragen auf ein Niveau gesunken sind, wie es zuletzt Anfang 2019 verzeichnet wurde. Dieser Trend folgt auf einen Höhepunkt der Anträge in den Jahren 2024 und 2025, wobei die Behörden nun von stabileren monatlichen Werten berichten.
Zwischen Oktober 2020 und August 2025 bearbeitete die mexikanische Flüchtlingshilfekommission (Comar) regelmäßig mehr als 4.000 Asylanträge pro Monat. Bis Ende Juni 2025 beherbergte das Land 172.237 Asylsuchende. Doch das letzte Quartal 2025 markierte einen Wandel: Es wurden 11.944 neue Anträge gestellt – ein Rückgang um fast 10 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und ein Minus von 41 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024.
Mehr als die Hälfte dieser Anträge wurde im Süden Mexikos eingereicht, insbesondere in Tapachula. Das erste Quartal 2026 setzte den Abwärtstrend fort, mit 10.205 neuen Gesuchen. Im Januar 2026 gingen 3.711 Anträge ein – fast genauso viele wie die 3.937 aus dem Januar 2019.
Obwohl Mexiko-Stadt und sein Ballungsraum zu wichtigen Zielen für Geflüchtete geworden sind, haben viele Schwierigkeiten bei der Integration. Ein Mangel an gültigen Migrationsdokumenten bleibt ein großes Hindernis. Zudem ergab eine Umfrage des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), dass 39 Prozent der Befragten in Mexiko Diebstahl, Entführung, Erpressung oder andere Formen von Misshandlung erlebt hatten.
Die Asylanträge in Mexiko haben sich nun auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert und erreichen Werte, wie sie seit Anfang 2019 nicht mehr zu verzeichnen waren. Der Rückgang folgt auf Jahre hoher Nachfrage, während Behörden und Hilfsorganisationen weiterhin an den Integrationsherausforderungen arbeiten. Der Rückgang der Zahlen deutet auf eine Veränderung der Migrationsströme hin, auch wenn viele Asylsuchende nach wie vor mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert sind.






