Alte Gasbohrung wird zur grünen Wärmequelle für 5.000 Haushalte in Niedersachsen
Julian KleinAlte Gasbohrung wird zur grünen Wärmequelle für 5.000 Haushalte in Niedersachsen
Ein stillgelegtes Erdgasbohrloch in Niedersachsen soll bald zu einer Quelle erneuerbarer Energie werden. Nach 15 Jahren Planung wird der Standort nun für ein Tiefengeothermie-Heizprojekt umgenutzt. Das Vorhaben erhält 7,1 Millionen Euro Landesförderung – die erste Investition dieser Art in Geothermie für die Region.
Im Mittelpunkt steht ein altes Bohrloch, das ursprünglich von ExxonMobil abgeteuft wurde. Mit den Fördermitteln kann die bestehende Struktur vertieft und stabilisiert werden. Anschließend soll ein Dubletten-System heißes Thermalwasser fördern und es nach der Nutzung wieder einleiten, um den Kreislauf zu schließen.
Ziel des Projekts ist die Wärmeversorgung von etwa 5.000 Haushalten in Munster. Bei Erfolg könnte es 30 Prozent des regionalen Wärmebedarfs decken. Die Landesregierung übernimmt 90 Prozent der Kosten und entlastet so lokale Projektträger finanziell.
Langfristig ist zudem geplant, aus der geothermalen Sole Lithium zu gewinnen. Dieser doppelte Ansatz könnte das Vorhaben sowohl nachhaltig als auch wirtschaftlich tragfähig machen. Das Projekt stößt bereits im Niedersächsischen Landtag auf breite, parteiübergreifende Unterstützung.
Die Umnutzung des Bohrlochs markiert einen Wandel von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbarer Wärme in der Region. Mit staatlicher Förderung und einem klaren technischen Konzept kann das Projekt nun voranschreiten. Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die Bewohner Münsters bereits in den kommenden Jahren von sauberer Fernwärme profitieren.






