24 April 2026, 16:37

Zürich schreibt 100 Elektrobusse international aus – und setzt Hess unter Druck

Zwei Busse fahren über eine Brücke mit Geländern, Strommasten mit Drähten, Bäumen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Zürich schreibt 100 Elektrobusse international aus – und setzt Hess unter Druck

Zürcher Verkehrsbetriebe schreiben 100 E-Busse international aus

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Zürcher Verkehrsverbund VBZ startet eine große Ausschreibung für bis zu 100 Elektrobusse. Der Schritt folgt auf anhaltende Lieferverzögerungen und technische Probleme mit Fahrzeugen der Schweizer Firma Hess und des deutschen Herstellers MAN. Beide Unternehmen sehen sich nun dem Wettbewerb internationaler Bieter gegenüber – darunter auch chinesische Hersteller.

Die VBZ setzte über zwei Jahrzehnte stark auf Hess als wichtigsten Zulieferer und erwarb in dieser Zeit mehr als 110 Fahrzeuge des Unternehmens. Doch aktuelle Schwierigkeiten mit Hess' Oberleitungsbussen sowie MAN-Bussen führten zu Betriebsstörungen. Die Schließung des Hess-Werks in Minsk, Belarus – ausgelöst durch internationale Sanktionen – verschärfte die Lieferengpässe zusätzlich.

Das neue Vergabeverfahren könnte Investitionen in Höhe von knapp 140 Millionen Schweizer Franken allein für die E-Busse umfassen. Hersteller können zudem bis zu 100 Oberleitungsbusse anbieten, was den Auftragswert um geschätzte 160 Millionen Franken erhöhen würde. Trotz früherer Rückschläge plant Hess, sich erneut zu bewerben, und arbeitet laut eigenen Angaben intensiv an der Leistungsverbesserung seiner Fahrzeuge.

Mit der Öffnung der Ausschreibung für globale Konkurrenten vollzieht die VBZ einen Strategiewechsel. Der Betreiber prüft nun Optionen jenseits der traditionellen europäischen Zulieferer. Das Vergabeverfahren wird entscheiden, welche Hersteller die künftige VBZ-Flotte stellen. Angesichts der hohen Investitionssummen müssen die ausgewählten Lieferanten strenge Zuverlässigkeits- und Leistungsstandards erfüllen. Das Ergebnis könnte das Zürcher Nahverkehrsnetz in den kommenden Jahren nachhaltig prägen.

Lesen Sie auch:

Quelle