Willich kämpft um ausreichende Kita-Plätze für alle Familien
Kindertagesbetreuung in Willich steht vor wachsenden Herausforderungen
In Willich wird die Kinderbetreuung zunehmend zum Problem, da die Nachfrage in zentralen Bereichen das Angebot übersteigt. Zwar stieg die Zahl der Kita-Plätze in den vergangenen fünf Jahren von etwa 1.200 auf 1.450, doch vor allem in den nördlichen und nordöstlichen Stadtteilen herrscht weiterhin ein Mangel. Eltern und lokale Initiativen fordern nun Lösungen: Eine Kampagne wirbt für mehr wohnortnahe Betreuung, eine andere hinterfragt Verzögerungen bei einem großen, von der Stadt finanzierten Projekt.
Laut städtischen Berichten für 2024 übersteigt die Nachfrage nach Kita-Plätzen in Anrath, Neersen und anderen nördlichen Stadtteilen das Angebot um 15 bis 20 Prozent. Trotz eines jährlichen Zuwachses von 5 bis 7 Prozent an neuen Einrichtungen – vor allem in Willich-Süd und Neersen – haben sich Wartelisten für bis zu 100 Plätze gebildet. Gleichzeitig wurden zwei geplante Kita-Neubauten wegen Haushaltskürzungen und geringerer Anmeldungen als erwartet gestrichen.
Als einziges verbleibendes kommunales Bauprojekt gilt das generationenübergreifende Zentrum Reinershof, wohin die Kita Alperof umziehen soll. Doch hier gibt es Bedenken zur Finanzierung: Die Beteiligung eines privaten Investors wirft die Frage auf, ob es sich noch um ein rein städtisch getragenes Vorhaben handelt.
Eltern der Kita Alperof starteten die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege", um die Vorteile einer Betreuung vor Ort zu betonen. Ihrer Meinung nach verringern nahgelegene Einrichtungen Stress, sparen Zeit und ermöglichen einen besseren Zugang zu frühkindlicher Bildung. Am 6. März 2023 richteten Elternvertreter:innen und der Förderverein der Kita einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch, um über die Auswirkungen des Umzugs ins Gespräch zu kommen – eine Antwort blieb aus.
Kürzlich luden dieselben Gruppen den Bürgermeister zu einem direkten Austausch ein. Ihr Ziel: nachhaltige Lösungen für Familien in den besonders betroffenen nördlichen und nordöstlichen Stadtteilen Willichs zu finden.
Die Ausweitung der Kinderbetreuung in Willich hält mit der Nachfrage nicht Schritt – manche Familien haben keinen sicheren Zugang zu Betreuungsplätzen. Kampagnen wie "Kleine Füße, kurze Wege" und Forderungen nach Transparenz beim Projekt Reinershof zeigen die anhaltenden Bemühungen, die Versorgungslücken zu schließen. Mit zwei gestrichenen Neubauten und einem umstrittenen Großprojekt wird sich in den kommenden Schritten entscheiden, wie Willich den Bedarf an Kinderbetreuung decken will.






