Ukrainische Mode trotzt dem Krieg: Wie Designer*innen trotz Plagiaten und Bomben kreieren
Amelie FrankeUkrainische Mode trotzt dem Krieg: Wie Designer*innen trotz Plagiaten und Bomben kreieren
Neuer Dokumentarfilm Frühling-Sommer feiert Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Modebranche im Krieg
Am 25. März feiert der Dokumentarfilm Frühling-Sommer unter der Regie von Tonya Noyabryova auf YouTube über den Kanal SKVOT Premiere. Der Film beleuchtet, wie die ukrainische Modebranche trotz des anhaltenden russischen Angriffskriegs weiterblüht und sich behauptet.
Im Mittelpunkt stehen renommierte ukrainische Modedesigner wie Ruslan Baginskiy, Lilia Litkovska und Katya Silchenko, deren Kreationen international gefeiert werden – unter anderem von Weltstars wie Beyoncé. Noyabryova, deren Film Liebst du mich? bereits auf der Berlinale gezeigt wurde, erkundet in ihrer neuen Arbeit, wie Kreativität selbst unter Kriegsbedingungen weiterbesteht.
Doch die ukrainische Mode sieht sich immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert: Russische Marken kopieren systematisch ihre Designs. So wurde die Kooperation JUL x Ukrainian Folks von einem russischen Print-on-Demand-Anbieter nachgeahmt, der unautorisierte Repliken vertrieb. Auch das mit Kristallen besetzte Silberkleid von Santa Brands wurde vom russischen Label Mesh n Flesh kopiert, und Anna Octobers markantes Slipkleid fand in der Marke Ushatava eine billige Imitation.
Trotz dieser Rückschläge setzt die ukrainische Modeszene weiter Maßstäbe. Erst kürzlich präsentierte LITKOVSKA auf der Paris Fashion Week die Herbst-Winter-Kollektion 2026/27 unter dem Titel FIREFLY. Die Branche beweist damit einmal mehr ihren ungebrochenen Willen, sich sowohl künstlerisch als auch juristisch gegen Plagiate zur Wehr zu setzen.
Mit der Veröffentlichung von Frühling-Sommer rückt die ukrainische Modeszene weiter in den globalen Fokus. Der Film dokumentiert nicht nur die schöpferische Kraft ihrer Designer, sondern auch die Hindernisse, die sie überwinden müssen. Angesichts wachsender internationaler Anerkennung scheint die Zukunft der Branche – trotz aller Widrigkeiten – entschlossen und hoffnungsvoll.






