Solingen zeigt Flagge: Vierter "Kippa-Tag" gegen wachsenden Antisemitismus
Elias KochSolingen zeigt Flagge: Vierter "Kippa-Tag" gegen wachsenden Antisemitismus
Solingen begehte vierten „Kippa-Tag“ mit Kundgebung am Walter-Scheel-Platz
Rund 70 Menschen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft nahmen an der öffentlichen Veranstaltung teil, die ein Zeichen der Solidarität gegen Antisemitismus setzen sollte. Nach vorherigen Vorfällen, bei denen die israelische Flagge abgerissen und in Brand gesetzt worden war, wehte sie diesmal wieder frei in der Stadt.
Bürgermeister Tim Kurzbach eröffnete die Kundgebung und rief die Bürgerinnen und Bürger auf, in den kommenden drei Wochen persönlich gegen Antisemitismus Stellung zu beziehen. Er zog Parallelen zwischen dem jüngsten Angriff in Köln und dem Anschlag auf die Synagoge in Halle – und betonte damit die anhaltende Gefahr antisemitischer Gewalt.
Dr. Ilka Werner, Superintendentin des örtlichen evangelischen Kirchenkreises, sprach über die Bedeutung der Kippa als Symbol jüdischer Identität. Bernd Krebs, Vorsitzender der Solingen–Ness-Ziona-Freundschaftsgesellschaft, warnte, dass höfliche Zurückhaltung allein Hass nicht bekämpfen könne. Leonid Goldberg, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bergisches Land, äußerte Stolz und Dankbarkeit für das öffentliche Bekenntnis Solingens.
Die Veranstaltung fand vor dem Hintergrund einer Zunahme antisemitischer Vorfälle statt. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden in der ersten Jahreshälfte über 200 solche Straftaten registriert. Jüdisches Leben in Deutschland blickt auf eine 1.700-jährige Geschichte zurück – die ersten dokumentierten Spuren führen nach Köln.
Der „Kippa-Tag“ unterstrich das Engagement Solingens im Kampf gegen Antisemitismus. Die gezeigte israelische Flagge stand für Widerstandsfähigkeit nach den vorherigen Zerstörungsakten. Veranstalter und Teilnehmer hoffen, dass der Tag zu anhaltender Wachsamkeit und Solidarität anregt.






