01 May 2026, 13:01

Schienenausbau 2035: Prestigeprojekte verdrängen kleinere Bahnvorhaben in der Schweiz

Plakat zur Werbung für die Zürcher S-Bahn mit einer Karte von Zürich, Gebäuden, Wasser, Bergen im Hintergrund und Text.

Schienenausbau 2035: Prestigeprojekte verdrängen kleinere Bahnvorhaben in der Schweiz

Ausbaupläne für das Schweizer Schienennetz bis 2035 drohen Verzögerungen und Finanzierungslücken

Ehemalige Zusagen wie ein Viertelstundentakt zwischen Zürich und Luzern sowie zwischen Bern und Freiburg stehen nun auf der Kippe. Kostenexplosionen und verschobene Prioritäten lassen viele Projekte in der Schwebe.

2019 hatte das Parlament einen Finanzrahmen von 24 Milliarden Franken für den Schienenausbau bewilligt, darunter die Doppelspur-Erweiterung S10 bei Zürich. Dieses vergleichsweise bescheidene Projekt mit Kosten von 25 Millionen Franken schnitt in Nutzen-Kosten-Analysen am besten ab. ETH-Professor Ulrich Weidmann unterstützte es wegen besserer Verbindungen, höherer Zuverlässigkeit und ökologischer Vorteile.

Der Bundesrat passte das Budget später an und fügte Grossprojekte wie den Luzerner Durchgangsbahnhof und den Grimsel-Tunnel hinzu. Verkehrsminister Albert Rösti setzte auf diese prestigeträchtigen Vorhaben – auf Kosten kleinerer Ausbauten. Gleichzeitig wurden 3 Milliarden Franken für Serviceverbesserungen reserviert, etwa für einen Viertelstundentakt zwischen Zürich und Bern oder einen Halbstundentakt zwischen Luzern und Bern. Weitere 2 Milliarden Franken flossen in regionale Projekte.

Die Kantone drängen nun auf die verbleibenden Mittel, doch Experten warnen, dass das Geld nicht für alle Wünsche reichen wird. Das Schicksal kleinerer und mittlerer Projekte – darunter die S10-Doppelspur – bleibt ungewiss, bis das Bundesamt für Verkehr (BAV) im Juni die öffentliche Anhörung eröffnet.

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Schienenausbau 2035: Finanznot zwingt zu Kürzungen Einige Projekte sind bereits verschoben oder reduziert worden. Die Entscheidungen über kleinere Ausbauten fallen im Juni, doch die verbleibenden 2 Milliarden Franken dürften nicht alle Erwartungen erfüllen. Kantone und Betreiber müssen nun abwarten, welche Pläne die Streichungen überstehen.

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