Pfändungsschutz: Warum P-Konten Tausende Haushalte in die Krise stürzen
Felix HoffmannPfändungsschutz: Warum P-Konten Tausende Haushalte in die Krise stürzen
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (AG SBV) hat gravierende Mängel bei deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) aufgedeckt. Zwischen 300.000 und 350.000 Konten sind jeden Monat von Pfändungsbeschlüssen betroffen, was viele Haushalte in finanzielle Not bringt. Schuldnerberater:innen der Caritas Kempen-Viersen beobachten regelmäßig Verzögerungen bei der Umstellung auf P-Konten. Banken setzen die gesetzlichen Freibeträge für diese Konten oft nicht schnell genug um. Zudem sperren sie automatisch alle Gelder auf betroffenen Konten, sodass Kunden ihr Konto erst in ein P-Konto umwandeln müssen, um auf geschützte Mittel zugreifen zu können.
Die Kampagne der AG SBV macht auf diese praktischen und rechtlichen Lücken im deutschen Pfändungssystem aufmerksam. Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas Viersen, fordert klarere Vorgaben für Banken, bessere Zugänge zu Beratungsangeboten, gut geschultes Personal sowie konsequente Sanktionen bei Verstößen gegen Pfändungsverfahren.
Im Rahmen der Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. bis 19. Juni bietet auch Elisabeth Mankertz, ebenfalls Schuldnerberaterin bei der Caritas Viersen, am 18. Juni von 11 bis 12 Uhr eine Telefon-Sprechstunde an. Ohne zügige Reformen droht vielen Kontoinhaber:innen weiterhin unnötige finanzielle Not. Die AG SBV und lokale Schuldnerberatungen wie die Caritas Kempen-Viersen setzen sich daher für Verbesserungen im System ein, um Betroffene besser zu schützen.






