Pandemie-Folgen: Pflegebedürftige und Angehörige am Limit – VdK fordert Soforthilfe
Elias KochPandemie-Folgen: Pflegebedürftige und Angehörige am Limit – VdK fordert Soforthilfe
Eine aktuelle Umfrage der Hochschule Osnabrück zeigt die schweren Folgen der Pandemie für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Ein hoher Prozentsatz der Befragten berichtete von extremer körperlicher und emotionaler Belastung, viele mieden sogar jeden Kontakt außerhalb des eigenen Haushalts. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf, der kürzlich bei einer VdK-Veranstaltung in Solingen thematisiert wurde.
Über 50 Gäste trafen sich im Solinger Restaurant Scheider Mühle zu einer VdK-Veranstaltung unter dem Motto „Bessere Pflege – JETZT!“. VdK-Landesvorsitzender Horst Vöge eröffnete die Diskussion mit einem Appell zu den verheerenden Auswirkungen der Pandemie auf Pflegebedürftige und ihre Familien. Die Umfrage ergab, dass 78 Prozent der Pflegebedürftigen und 84 Prozent ihrer Angehörigen starke Belastungen erlebten. Zudem verzichteten 81 Prozent der Betroffenen und 87 Prozent der Angehörigen auf Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts.
Die Angst vor Erkrankung und Langzeitfolgen war weit verbreitet: 76 Prozent der Befragten äußerten Besorgnis, 67 Prozent fürchteten eine Verschlechterung ihrer Pflegesituation, falls ihre Hauptbezugsperson oder Helfer:innen erkranken würden. Der VdK Nordrhein-Westfalen fordert mehr Gerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe – darunter finanzielle Entlastung für pflegende Angehörige sowie ein Recht auf bezahlte Freistellung für Pflegeaufgaben.
Der Verband verlangt zudem eine bessere Finanzierung ambulanter Pflegedienste und praktische Entlastungsangebote für Familien. Vöge plädierte für einen bundesweiten Krisenplan, um die Pflege auch dann sicherzustellen, wenn Betroffene oder Angehörige ihr Zuhause nicht verlassen können.
Umfrage und Veranstaltung machen die drängenden Herausforderungen deutlich, vor denen Pflegebedürftige und ihre Familien stehen. Die Forderungen nach finanzieller Unterstützung, verbesserten Leistungen und Krisenvorsorge zielen darauf ab, die durch die Pandemie offengelegten Versorgungslücken zu schließen. Der VdK setzt sich weiterhin für strukturelle Veränderungen ein, um eine bessere Pflege und gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten.






