26 June 2026, 20:11

Nitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – wann gibt es Besserung?

Nitrendipin-Mangel bleibt bestehen

Nitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – wann gibt es Besserung?

Deutschland kämpft mit anhaltendem Nitrendipin-Mangel

In Deutschland herrscht weiterhin ein Engpass bei Nitrendipin, einem weit verbreiteten Kalziumkanalblocker. Das Medikament, das durch die Entspannung der Arterien den Blutdruck senkt, ist seit dem letzten Sommer nur eingeschränkt verfügbar. Betroffen sind sowohl die 10-mg- als auch die 20-mg-Dosierungen verschiedener Hersteller.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Nitrendipin offiziell auf der Liste der gemeldeten Arzneimittelknappheiten geführt. Der Hersteller Aristo nannte Produktionsprobleme als Ursache und rechnet damit, dass die Lieferung der 20-mg-Tabletten bis Jahresende beeinträchtigt bleibt. Andere Unternehmen wie Ratiopharm und Aliud Pharma erwarten, die Auslieferung der 20-mg-Variante bis Ende März wiederaufnehmen zu können. AbZ, ein weiterer Anbieter, prognostiziert eine Normalisierung der Versorgung erst bis Ende Mai.

Auch die 10-mg-Version ist bei denselben Herstellern derzeit nicht erhältlich. Ratiopharm und Aliud Pharma planen, die Lieferungen bis Ende März wiederherzustellen, während AbZ mit einer Rückkehr zur regulären Versorgung erst Mitte April rechnet.

Kalziumkanalblocker wie Nitrendipin wirken, indem sie den Kalziumeinstrom in die Zellen hemmen – dadurch bleiben die Arterien weitgestellt und der Blutdruck sinkt. Diese Medikamentengruppe lässt sich in drei Typen unterteilen: Nifedipin-, Verapamil- und Diltiazem-Typ. Ärzte dürfen sie nicht bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach einem kürzlichen Herzinfarkt verschreiben. Auch die Einnahmehinweise variieren: Nitrendipin sollte nach den Mahlzeiten eingenommen werden, Lercanidipin vor dem Essen und Amlodipin unabhängig von den Mahlzeiten.

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Die Lieferengpässe spiegeln ein größeres Versorgungsproblem wider, das auch ältere Medikamente betrifft. Patienten, die auf Nitrendipin angewiesen sind, sollten mit ihren Ärzten über alternative Behandlungsmöglichkeiten sprechen, bis die Versorgung wieder gesichert ist. Die Hersteller arbeiten an einer Lösung der Lieferverzögerungen, doch die Zeitpläne unterscheiden sich je nach Unternehmen und Darreichungsform.

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