03 May 2026, 08:24

Mevlüde Genç: Vom Opfer des Solinger Brandanschlags zur Stimme gegen Rassismus

Luftaufnahme des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin, das aus zahlreichen weißen und blauen rechteckigen Betonsteinen besteht, die in einem Gittermuster angeordnet sind.

Mevlüde Genç: Vom Opfer des Solinger Brandanschlags zur Stimme gegen Rassismus

Am 29. Mai 1993 kostete ein rechtsextremer Brandanschlag in Solingen fünf Mitgliedern der Familie Genç das Leben. Mevlüde Genç, die das Verbrechen überlebte, wurde später zu einer einflussreichen Stimme gegen Rassismus und für Versöhnung. Für ihr Engagement erhielt sie nationale Anerkennung, darunter die höchste zivile Auszeichnung Deutschlands.

Der Anschlag ereignete sich, als Extremisten das Wohnhaus der Familie Genç in Solingen in Brand setzten. In jener Nacht verlor Mevlüde Genç fünf Angehörige, während ihr Sohn Bekir schwere Verbrennungen erlitt, unter deren Folgen er noch heute leidet. Alle fünf Täter wurden später verurteilt und zu Haftstrafen zwischen zehn und fünfzehn Jahren verurteilt.

In den folgenden Jahren entschied sich Genç für die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie widmete sich fortan der Förderung von Frieden und Verständigung zwischen den Gemeinschaften. Ihr Wirken fand breite Anerkennung, darunter vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, der die Familie anlässlich des zehnten Jahrestags des Anschlags für ihren Aufruf zur Versöhnung würdigte.

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1996 wurde Gençs Einsatz offiziell gewürdigt, als sie das Bundesverdienstkreuz erhielt. Nordrhein-Westfalen ehrte sie 2018 zusätzlich mit der Einführung der Mevlüde-Genç-Medaille. Politiker wie Armin Laschet nannten sie „die beeindruckendste Frau, die ich je getroffen habe“, während andere, darunter Sebastian Haug und Iris Preuß-Buchholz, ihre unermüdliche Arbeit für Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt bewunderten.

Mevlüde Gençs Vermächtnis lebt durch ihr unerschütterliches Engagement für Versöhnung und Gerechtigkeit weiter. Ihre Geschichte mahnt sowohl an die Zerstörungskraft von Hass als auch an die Stärke der Vergebung. Die Auszeichnungen und Ehrungen, die ihren Namen tragen, inspirieren bis heute den Kampf gegen Rassismus in Deutschland.

Quelle