Litauens neue Migrationschefin will Scheinehen und Visabetrug härter bestrafen
Julian KleinLitauens neue Migrationschefin will Scheinehen und Visabetrug härter bestrafen
Indre Gasper, die neu ernannte Leiterin der litauischen Migrationsbehörde, fordert strengere Kontrollen bei der Einwanderung. In einem Interview mit dem Radiosender LRT wies sie auf Besorgnis erregende Missbrauchsfälle hin, darunter Scheinehen und Migranten, die über Studentenvisa einreisen, um illegal zu arbeiten. Ihre Äußerungen deuten auf eine Verschärfung der Überwachung hin, während die bisherigen Zuwanderungszahlen beibehalten werden sollen.
Gasper betonte, dass Litauen nicht plane, die Zahl der Einwanderer zu reduzieren. Stattdessen solle der Fokus darauf liegen, den Missbrauch des Systems zu verhindern. Sie verwies auf Fälle, in denen Ausländer mit Studentenvisa einreisen, dann aber vor allem im Dienstleistungssektor Jobs annehmen.
Ein weiteres Problem seien Scheinehen, um Einwanderungsbestimmungen zu umgehen. Um solche Praktiken einzudämmen, schlug Gasper strengere Überprüfungsverfahren und härtere Strafen für Dokumentenfälschung vor. Gleichzeitig unterstrich sie, wie wichtig eine bessere Integration von Migranten sei – beginnend mit Sprachkenntnissen.
Laut der neuen Linie der Behörde sollten Ausländer, insbesondere diejenigen in Dienstleistungsberufen, mindestens das Sprachniveau A1 in Litauisch erreichen. Gasper argumentierte, dass Sprachkenntnisse Migranten helfen würden, sich besser in die Gesellschaft einzugliedern. Die Politikänderung zielt darauf ab, Kontrolle mit Unterstützung für diejenigen zu verbinden, die sich an die Regeln halten.
Die Haltung der Migrationsbehörde zeigt einen zweigliedrigen Ansatz: Während Betrugsversuche konsequenter bekämpft werden sollen, wird gleichzeitig die Integration gefördert. Durch strengere Sprachvorgaben und eine genauere Prüfung von Visa soll der Systemmissbrauch eingedämmt werden. Gaspers Vorschläge weisen den Weg für Litauens Einwanderungspolitik in den kommenden Jahren.






