Klesch Group übernimmt BP-Raffinerie in Gelsenkirchen bis 2026
Die Klesch Group hat sich darauf verständigt, die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen zu übernehmen. Der Abschluss des Geschäfts ist für Mitte 2026 vorgesehen. Die Übernahme, die noch der regulatorischen Genehmigung bedarf, markiert einen bedeutenden Wandel für einen der größten integrierten petrochemischen Standorte Europas. Die Raffinerie beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und hat ihre Produktion in den letzten Jahren stark umgestellt, um sich auf die chemische Herstellung zu konzentrieren.
Der Standort in Gelsenkirchen war einst eine klassische Erdölraffinerie, stellte jedoch 2021 die Produktion von Diesel und Benzin ein. Seither hat er sich zum zweitgrößten Ethylen-Hersteller Deutschlands entwickelt und wird bis 2024 eine Kapazität von 850.000 Tonnen pro Jahr erreichen. Eine modernisierte Steamcracker-Anlage und erweiterte Produktlinien – darunter Polyethylen- und Propylen-Derivate – haben dieses Wachstum vorangetrieben und viele europäische Konkurrenten überflügelt.
Obwohl die Raffinerie weiterhin bis zu 12 Millionen Tonnen Rohöl jährlich verarbeitet, liegt der Fokus nun auf Spezialchemikalien. Die Klesch Group, die bereits Raffinerien in Heide (Deutschland) und Kalundborg (Dänemark) besitzt, wird Gelsenkirchen damit in ihr Portfolio aufnehmen. Die Kanzlei Clifford Chance beriet bei der Transaktion.
Das 1990 gegründete Unternehmen beschäftigt in seinen verschiedenen Geschäftsbereichen etwa 1.000 Mitarbeiter. Mit der Übernahme in Gelsenkirchen wird die Belegschaft deutlich ausgebaut und die Kapazitäten in der chemischen Produktion deutlich erweitert.
Der Verkauf soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der notwendigen Genehmigungen. Nach dem Vollzug übernimmt die Klesch Group einen Schlüsselfandort der europäischen Petrochemiebranche. Die Umstellung der Raffinerie von Kraftstoffen auf Chemikalien spiegelt einen branchenweiten Trend zu höherwertiger Produktion wider.






