Heino-Konzert für entlassenen Feuerwehrmann heizt Hymnen-Debatte weiter an
Elias KochHeino-Konzert für entlassenen Feuerwehrmann heizt Hymnen-Debatte weiter an
Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann entfacht neue Debatte über deutsche Nationalhymne
Am Samstagabend sorgte ein Benefizkonzert des Schlager-Legende Heino in Bad Belzig für erneute Diskussionen über das Deutschlandlied. Der Auftritt galt dem Feuerwehrmann Richard Mänder, dem nach dem Abspielen einer umstrittenen Strophe der Nationalhymne seine Richtertätigkeit entzogen worden war. Zu der Veranstaltung reisten Feuerwehrleute aus mehreren Bundesländern an, während im Publikum nationale Flaggen geschwenkt und Parolen skandiert wurden.
Der Streit hatte seinen Ursprung im August 2025 bei den Feuerwehrmeisterschaften in Torgau, Sachsen. Mänder, Feuerwehrmann aus Bad Belzig, spielte bei der Veranstaltung Heinos Aufnahme des Deutschlandlieds aus den 1970er-Jahren – inklusive der ersten Strophe, die wegen ihrer historischen Verknüpfung mit der NS-Zeit seit Langem gemieden wird. Der Deutsche Feuerwehrverband verurteilte die Aktion als "schweren Fehler" und enthob Mänder aller Schiedsrichterämter. Dieser bestreitet rechtsextreme Gesinnung und bezeichnet die Strafe als ungerecht.
Der 87-jährige Volksmusik-Ikone Heino trat am Samstag als Headliner auf, um Mänder zu unterstützen. Sein Manager Helmut Werner betonte, der Auftritt sei eine direkte Reaktion auf die Behandlung Mänders, und wies Vorwürfe zurück, Heino stehe rechtsextremen Positionen nahe. Der Sänger präsentierte Klassiker wie Blau blüht der Enzian, Rosamunde und Karamba, Karacho, ein Whiskey, während im Saal schwarz-rot-goldene Flaggen zu sehen waren. Einige Besucher skandierten während der Veranstaltung "Ostdeutschland, Ostdeutschland!".
Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen zeigten sich solidarisierend und kritisierten Mänders Strafe als unverhältnismäßig. Dennoch hält der Deutsche Feuerwehrverband an seiner Entscheidung fest – Mänders Zukunft in der Organisation bleibt ungewiss.
Das Konzert hat die Debatte über die erste Strophe der Nationalhymne und ihren Platz im heutigen Deutschland neu entfacht. Während Mänder weiterhin von seinen früheren Aufgaben ausgeschlossen ist, gibt die Feuerwehrführung keine Anzeichen für eine Kehrtwende. Die Veranstaltung offenbarten zudem die gespaltene Haltung zu politischer Symbolik: Heinos Team betonte, es gehe um Solidarität, nicht um Ideologie.






