30 March 2026, 16:26

Anna Netrebko triumphiert in Berliner Un ballo in maschera-Premiere trotz Protesten

Eine Gruppe von Menschen auf einer Bühne im Royal Opera House in London, mit einem Publikum darunter, unter Bühnenbeleuchtung und umgeben von bemalten Wanddekorationen.

Anna Netrebko triumphiert in Berliner Un ballo in maschera-Premiere trotz Protesten

An der Berliner Staatsoper feierte eine mutige Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle als Amelia. Die fast dreistündige Aufführung erntete begeisterten Applaus für Ensemble und Orchester gleichermaßen. Vor dem Opernhaus jedoch formierte sich Protest: Demonstranten äußerten ihre Ablehnung gegen Netrebkos Auftritt.

Die Premiere markierte Netrebkos Rückkehr an die Berliner Staatsoper nach ihrem letzten Auftritt dort im Sommer 2023. Seither hat sich die öffentliche Meinung in Deutschland gewandelt, sodass sie wieder hochkarätige Rollen an Häusern wie der Wiener Staatsoper oder dem Bayerischen Staatsoper in München übernehmen konnte. Die Kritik konzentriert sich zunehmend auf ihre künstlerische Leistung statt auf frühere Kontroversen.

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Regisseur Rafael R. Villalobos brachte mit seiner Inszenierung frischen Wind in Verdis Werk, indem er Elemente der queeren Ballroom-Kultur und Bezüge zur AIDS-Krise einwebte. Diese künstlerischen Entscheidungen verleihen bestimmten Szenen zusätzliche Tiefe und zogen sowohl das Publikum als auch die Fachpresse in ihren Bann.

Vor dem Opernhaus versammelten sich rund 50 Protestierende, die ukrainische Flaggen schwenkten und Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat" skandierten. Die Kundgebung spiegelte anhaltende Spannungen wider, die mit Netrebkos angeblichen Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin sowie ihren früheren Auftritten in Russland zusammenhängen. Dennoch habe sich die Sopranistin mittlerweile öffentlich von der russischen Regierung distanziert und sei seit Langem nicht mehr in das Land zurückgekehrt, wie Intendantin Elisabeth Sobotka betonte.

Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, erhielt während der Premiere starken Beifall – ein Zeichen für ihre ungebrochene Popularität als Künstlerin, auch wenn die Debatten über ihre politischen Verstrickungen in manchen Kreisen weitergehen.

Die Produktion von Un ballo in maschera bleibt Teil des Festprogramms der Staatsoper, mit Netrebko in der zentralen Rolle. Zwar halten die Proteste seitens prorusslandkritischer Gruppen an, doch ihre jüngsten Engagements deuten auf eine allmähliche Verschiebung des Fokus hin: weg von politischen Kontroversen, hin zu ihren künstlerischen Leistungen. Die Premiere unterstrich sowohl ihr gesangliches Können als auch die anhaltenden Widersprüche, die ihr öffentliches Image prägen.

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