Happel und Nocker prägen Wiens Theatersaison mit mutigen Premieren und klarer Haltung
Amelie FrankeHappel und Nocker prägen Wiens Theatersaison mit mutigen Premieren und klarer Haltung
Die Wiener Theaterszene steht vor zwei vielbeachteten Premieren, die maßgeblich von zwei herausragenden Schauspielerinnen geprägt werden. Maria Happel, die sich trotz deutscher Staatsbürgerschaft seit Jahrzehnten als Wienerin fühlt, bereitet sich auf ihre Rolle in Der heilige Falstaff am Burgtheater vor. Gleichzeitig arbeitet Paula Nocker an der Koproduktion Mythen des Alltags, die gemeinsam vom Volkstheater und den Wiener Festwochen realisiert wird.
Beide Künstlerinnen verbinden nicht nur eine lange Freundschaft, sondern auch eine klare Haltung zu ihrem Handwerk und zu Kritik – sei sie positiv oder negativ. Maria Happel, die vor einigen Jahren zur Österreicherin des Jahres gewählt wurde, sieht in der bevorstehenden Premiere von Der heilige Falstaff einen weiteren Höhepunkt ihrer Karriere. Für diese Rolle lässt sie sich sogar ein Tattoo stechen, das Teil ihrer Bühnenfigur wird. Trotz ihres Erfolgs und der öffentlichen Aufmerksamkeit pflegt sie einen pragmatischen Umgang mit Kritik: Negative Rezensionen liest sie bewusst nicht oder nimmt sie nicht ernst.
Paula Nocker teilt diese Einstellung. Auch sie sieht in respektvoller Rückmeldung eine berechtigte Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit, ohne sich davon verunsichern zu lassen. Die beiden Schauspielerinnen verbinden eine jahrelange Zusammenarbeit, die von gegenseitigem Respekt und offener Ehrlichkeit geprägt ist. Diese Dynamik spiegelt sich auch in ihren aktuellen Projekten wider, die das Wiener Theaterpublikum in den kommenden Wochen erwarten.
Während Happel am Burgtheater eine komplexe Figur verkörpert, widmet sich Nocker mit Mythen des Alltags einer Koproduktion, die das Volkstheater in Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen auf die Bühne bringt. Beide Produktionen unterstreichen ihren unverstellten Zugang zum Schauspiel – ohne künstlerische Kompromisse, aber mit großer Hingabe zum Detail.
Happels Verbindung zu Wien ist tief verwurzelt: Seit über der Hälfte ihres Lebens lebt sie in der Stadt, auch wenn sie offiziell nur die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Diese persönliche Verbundenheit fließt immer wieder in ihre Arbeit ein und macht sie zu einer prägenden Gestalt der lokalen Theaterszene. Gemeinsam mit Nocker steht sie für eine Generation von Künstlerinnen, die mit Leidenschaft und klarer Haltung ihr Publikum begeistern. Mit den anstehenden Premieren setzen Maria Happel und Paula Nocker einmal mehr Akzente in der Wiener Theaterlandschaft. Ihre Projekte zeigen nicht nur ihr künstlerisches Spektrum, sondern auch ihre Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden – sei es durch ungewöhnliche Rollenentscheidungen wie ein Tattoo als Bühnenrequisit oder durch die Zusammenarbeit mit renommierten Häusern.
Gleichzeitig bleibt ihr Umgang mit Erfolg und Kritik stets reflektiert. Diese Kombination aus Professionalität, Ehrlichkeit und kreativem Mut macht sie zu zentralen Figuren des zeitgenössischen Theaters in Wien.






