Gold und Silber aus Müllverbrennungsasche: Wie Abfall zur Schatzgrube wird
Felix HoffmannGold und Silber aus Müllverbrennungsasche: Wie Abfall zur Schatzgrube wird
Neues Verfahren zur Gewinnung wertvoller Metalle aus Müllverbrennungsasche zeigt vielversprechende Ergebnisse
Im Rahmen des EMSARZEM-Projekts wurde ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Kupfer, Silber und sogar Gold aus Asche zurückgewinnen lassen, die normalerweise auf Deponien landet. Erste Tests deuten darauf hin, dass sich das Abfallprodukt so in eine nutzbare Ressource verwandeln ließe.
Allein im Jahr 2022 verbrannte Deutschland rund 25 Millionen Tonnen Abfall und gewann daraus etwa 600.000 Tonnen Metalle zurück. Doch in der verbleibenden Asche – der sogenannten MVA-Asche (Müllverbrennungsasche) – sind weiterhin geringe Mengen Kupfer enthalten, typischerweise zwischen 0,3 und 0,5 Prozent. Diese Konzentration entspricht dem Mindestgehalt, ab dem der klassische Kupferbergbau wirtschaftlich rentabel ist.
Das EMSARZEM-Projekt konzentrierte sich darauf, diese Metalle zu extrahieren und gleichzeitig das übrig bleibende Mineralmaterial wiederzuverwerten. Ein Großversuch im Juli 2022 verlief erfolgreich. Theoretisch ließe sich mit diesem Verfahren allein aus Verbrennungsasche jährlich bis zu 8.000 Tonnen Kupferkonzentrat erzeugen.
Hochgerechnet könnten daraus etwa 2.800 Tonnen Kupfer, 20 Tonnen Silber und 100 Kilogramm Gold gewonnen werden. Die Projektverantwortlichen betonen jedoch, dass die Wirtschaftlichkeit davon abhängt, auch die verbleibende Aschefraktion sinnvoll einzusetzen – etwa als Rohstoff für die Zementproduktion.
Das EMSARZEM-Verfahren bietet eine Möglichkeit, Metalle zurückzugewinnen, die sonst verloren gingen. Nach erfolgreichen Industrieversuchen steht nun die breitere Umsetzung an. Wird es flächendeckend eingeführt, könnte es nicht nur Deponien entlasten, sondern auch eine neue Quelle für Kupfer und andere wertvolle Materialien erschließen.






