07 May 2026, 09:02

Gewalt gegen indigene Frauen: Warum die USA eine stille Krise ignorieren

Black and white illustration of a group of people in the woods with scattered skulls and objects, titled "The Death of a Native American Indian" at the bottom.

Gewalt gegen indigene Frauen: Warum die USA eine stille Krise ignorieren

In den USA sind indigene Amerikaner:innen und Alaska Natives überproportional von Gewaltverbrechen betroffen. Studien zeigen, dass sie mehr als doppelt so häufig Opfer werden wie der Rest der Bevölkerung. Besonders dramatisch ist die Situation für indigene Frauen, deren Risiko, ermordet zu werden, doppelt so hoch liegt wie bei anderen Bevölkerungsgruppen. Diese Woche gedenken Angehörige vermisster und ermordeter indigener Menschen ihrer verlorenen Familienmitglieder – verbunden mit der Forderung nach Gerechtigkeit und strukturellen Reformen. Die Fälle von Jamian Reval, Destiny Jeriann Whiteman und Kaysera Stops Pretty Places stehen exemplarisch für das anhaltende Leid in indigenen Gemeinschaften. Jessica Montoya verlor ihren 16-jährigen Sohn Jamian im Jicarilla-Apache-Reservat in New Mexico. Im August 2022 wurde die 24-jährige Destiny Jeriann Whiteman im Ute-Mountain-Ute-Reservat in Colorado getötet. Bereits drei Jahre zuvor, im August 2019, fand man die 18-jährige Kaysera Stops Pretty Places tot im Crow-Reservat in Montana.

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Die aktuellen Zusammenkünfte finden im Rahmen des nationalen Aktionstags für die Bewegung der vermissten und ermordeten indigenen Völker (MMIP) am 5. Mai statt. Bis Ende 2025 gab es fast 1.500 aktive Bundesermittlungen zu vermissten indigenen Amerikaner:innen. Die Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit des Problems, das trotz politischer Maßnahmen fortbesteht.

2020 unterzeichnete der damalige Präsident Donald Trump zwei Gesetze, um die Situation zu verbessern: Savanna’s Act soll die Datenerfassung zu Gewaltverbrechen optimieren, während der Not Invisible Act die Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und indigenen Gemeinschaften stärken soll. Doch Angehörige fordern weiterhin konkrete Taten und eine nachhaltige Aufklärung der Fälle. Die Gedenkveranstaltungen dieser Woche zeigen, wie tief das Trauma in indigenen Familien verwurzelt ist. Gleichzeitig bleibt die Forderung nach systematischen Veränderungen laut – von besserer Polizeiarbeit bis hin zu präventiven Maßnahmen. Die Zahlen und persönlichen Schicksale machen deutlich, dass die Krise der vermissten und ermordeten indigenen Menschen weiterhin eine der drängendsten Menschenrechtsfragen in den USA darstellt.

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