24 June 2026, 20:24

Erstes Strafurteil gegen Eltern wegen Hausunterrichts in Brasilien

Erstes Strafurteil gegen Hausunterricht in Brasilien erschüttert Elternrechte

Erstes Strafurteil gegen Eltern wegen Hausunterrichts in Brasilien

Ein brasilianisches Ehepaar, Audato und Ieda Denardi, wurde als erstes im Land strafrechtlich verurteilt, weil es seine Kinder zu Hause unterrichtete. Der Fall markiert einen Wandel, da frühere Streitigkeiten um Hausunterricht in Brasilien meist als verwaltungsrechtliche Angelegenheiten und nicht als Straftaten behandelt wurden. Die Denardis begannen 2020, ihre damals 11- und 15-jährigen Töchter zu Hause zu unterrichten. Als Grund nannten sie ihre Unzufriedenheit mit dem öffentlichen Bildungssystem, insbesondere während des Fernunterrichts. Ihre Töchter sind begabte Pianistinnen, sprechen mehrere Sprachen und zeigten nach Angaben der Eltern starke schulische Fortschritte. Zudem betonten Audato und Ieda Denardi, dass sie durch den Hausunterricht die Möglichkeit hatten, Glauben und persönliche Werte in den Lehrplan zu integrieren.

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Ein Staatsanwalt hatte zunächst einen Freispruch empfohlen, nachdem er die soziale und akademische Entwicklung der Mädchen überprüft hatte. Doch das Gericht entschied, dass die Bildung der Töchter unzureichend sei, da ihnen spezifische Programme zu Geschlechter- und Sexualerziehung, Toleranz sowie Vielfalt vorenthalten worden seien. Der Richter verwies zudem auf kulturelle Defizite und führte an, die Mädchen hörten weder Trap noch Sertanejo-Musik. Am Ende wurden Audato und Ieda Denardi zu 50 Tagen Haft verurteilt, weil sie ihre Töchter nach ihren persönlichen Überzeugungen unterrichteten. Der Fall könnte Präzedenz für zukünftige Fälle von Hausunterricht in Brasilien schaffen und die Debatte über Bildungsfreiheit und staatliche Vorgaben neu entfachen.

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