25 June 2026, 14:16

Entwicklungshilfe in der Krise: NGOs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungshilfe in der Krise: NGOs fordern radikale Reformen und mehr Geld

Die Generalsekretäre von Welthungerhilfe und Terre des Hommes haben ihre jährliche Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik vorgestellt. Mathias Mogge und Joshua Hofert präsentierten am Mittwoch ihre Erkenntnisse und wiesen auf drängende Sorgen bei der Finanzierung und der Reformausrichtung hin.

Seit 2022 hat die Bundesregierung den Etat für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt. Bis 2027 sind weitere Kürzungen zu erwarten – eine zusätzliche Belastung für ein System, das bereits durch Krisen, Kriege und die Folgen des Klimawandels überlastet ist.

Mogge betonte, dass humanitäre Hilfe stärker auf Prävention statt nur auf Nothilfe setzen müsse. Reformen sollten sich seiner Meinung nach auf die Qualität der Hilfe konzentrieren, nicht auf deren Umfang. Er forderte weniger Bürokratie und mehr Eigenständigkeit für zivilgesellschaftliche Gruppen.

Die Nichtregierungsorganisationen begrüßten zwar die Neuausrichtung der Politik, kritisierten aber die Pläne von Ministerin Reem Alabali-Radovan als strategielos. Sie bestanden darauf, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Zivilgesellschaft in Deutschland und den Partnerländern in die Reformgestaltung einbeziehen müsse.

Hofert unterstrich, dass der Prozess kein von Berlin gesteuertes Projekt sein dürfe. Er forderte eine frühzeitige und verbindliche Beteiligung der Partnerländer, der lokalen Zivilgesellschaft und junger Menschen. Der Bericht plädierte zudem dafür, dass Hilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig von Sicherheits- oder geopolitischen Interessen bleiben müsse.

Die Organisationen schlagen vor, die Mittel für humanitäre Hilfe im nächsten Bundeshaushalt von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen.

Die NGOs haben klare Forderungen für die Reform der Entwicklungszusammenarbeit formuliert: eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft, mehr Qualität statt Quantität sowie eine deutliche Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe. Ihr Bericht unterstreicht die Notwendigkeit einer Strategie, die den wachsenden globalen Herausforderungen gerecht wird.

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