Eltern und Erzieher protestieren gegen KiBiz-Reform in NRW: "Wir sind sprachlos"
Felix HoffmannEltern und Erzieher protestieren gegen KiBiz-Reform in NRW: "Wir sind sprachlos"
Eltern, Erzieherinnen und Kinder versammelten sich diese Woche in Lennestadt, um gegen die geplante Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in Nordrhein-Westfalen zu protestieren. Die Kundgebung fand unter dem Motto "Wir sind sprachlos" vor dem St.-Josef-Kindergarten in Saalhausen statt und spiegelte die wachsende Verärgerung über Personalmangel und steigende Kosten in Kitas im gesamten Bundesland wider.
Organisiert wurde der Protest vom Trägerverbund WIR-KITAs, der kritisiert, dass die im Januar eingeführte KiBiz-Reform die Inflation nicht ausreichend berücksichtige. Viele Einrichtungen kämpfen inzwischen mit finanziellen Engpässen, explodierenden Energiekosten und einem dramatischen Fachkräftemangel. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens in Saalhausen, warnte, dass die Bedürfnisse der Kinder aufgrund der Unterbesetzung nicht mehr ausreichend erfüllt werden könnten.
Kritik gibt es auch am geplanten Modell der "Kern- und Randzeiten", das nach Ansicht der Gegner zu einer Verschlechterung der Betreuungsqualität führen könnte. Die Landesregierung betont hingegen, die Reformen würden Familien mehr Planungssicherheit bieten und die frühkindliche Bildung stärken. Für das kommende Kita-Jahr sind zusätzliche 200 Millionen Euro vorgesehen. Sollten die Änderungen beschlossen werden, treten sie 2027 in Kraft.
Der aktuelle Protest reiht sich in eine Serie von Demonstrationen ein, darunter eine Kundgebung im Januar in Düsseldorf und ein von Verdi unterstützter Warnstreik im März, der den Betrieb in über 800 Kitas und 500 Ganztagsschulen in NRW lahmlegte.
Die Reformpläne bleiben umstritten: Träger und Beschäftigte fordern bessere Finanzierung und Arbeitsbedingungen. Die zugesagten 200 Millionen Euro der Landesregierung haben die Sorgen um die langfristige Tragfähigkeit des Systems nicht zerstreut. Ohne weitere Nachbesserungen warnen Kitas vor einem weiteren Rückgang von Betreuungsqualität und -zugang.






