Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Sanierung des Bestands
Julian KleinDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Sanierung des Bestands
Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren – weit über den ursprünglichen Schätzungen. Stattdessen konzentriert sich die Stadt nun auf die Aufwertung des bestehenden Nachkriegsbaus am Hofgarten.
Das Grundstück am Wehrhahn, das ursprünglich für Snøhettas Entwurf vorgesehen war, wurde für 137 Millionen Euro an die Stadt zurückübertragen. Oberbürgermeister Stephan Keller will das aktuelle Opernhaus nun „aufwerten“, statt es zu ersetzen. Eine vollständige Modernisierung des Bonatz-Baus könnte zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten.
Das Frankfurter Büro raumwerk hat eine alternative Lösung vorgeschlagen: Das Opernhaus von 1956 soll mit einer halbtransparenten zweiten Hülle ummantelt werden. Dadurch ließe sich die Kapazität um 25 Prozent erhöhen. Zudem sieht das Konzept landschaftsgestalterische Maßnahmen vor, um die Oper visuell mit der benachbarten Kunsthalle und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu verbinden.
In Rostock entbrennt eine ähnliche Diskussion. Die regierende CDU hatte erwogen, das 1943 erbaute Volkstheater abzureißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Doch das Gebäude wurde kürzlich vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin unter Schutz gestellt, was einen Abriss unwahrscheinlich macht. Gleichzeitig baut das Berliner Büro Hascher Jehle für 208 Millionen Euro ein neues Theater in Rostock.
Düsseldorfs Entscheidung markiert einen Wandel – weg vom Neubau, hin zur Sanierung. Die Stadt setzt nun auf die Modernisierung ihrer bestehenden Kulturdenkmäler. Auch Rostock sucht einen Ausgleich zwischen Denkmalschutz und Entwicklung, während es seine Theaterprojekte vorantreibt.






