Deutschland legalisiert Cannabis: Was sich ab April 2024 für Konsumenten und Anbauer ändert
Amelie FrankeDeutschland legalisiert Cannabis: Was sich ab April 2024 für Konsumenten und Anbauer ändert
Deutschland führt neue Regeln für Cannabiskonsum, Anbau und Besitz ein
Mit dem Cannabisgesetz (CanG) hat Deutschland zum 1. April 2024 grundlegende Änderungen in der Drogenpolitik umgesetzt. Das im Februar 2024 beschlossene Gesetz erlaubt nun den begrenzten privaten Gebrauch, behält aber strenge Vorgaben für den Konsum in der Öffentlichkeit und im Straßenverkehr bei.
Der Bundestag verabschiedete das Cannabisgesetz am 23. Februar 2024 und löste damit die bisherige prohibitive Politik ab. Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene bis zu 25 Gramm getrockneten Cannabis in der Öffentlichkeit und bis zu 50 Gramm im privaten Raum besitzen. Zudem ist der Anbau von bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf gestattet.
Ab dem 1. Juli 2024 wurde auch der gemeinschaftliche Anbau in nichtkommerziellen Vereinen mit bis zu 500 Mitgliedern legalisiert. Diese Anbaugemeinschaften dürfen monatlich bis zu 50 Gramm getrocknetes Cannabis an Mitglieder ab 21 Jahren abgeben. Der Konsum bleibt jedoch in der Nähe von Minderjährigen sowie in bestimmten öffentlichen Bereichen verboten.
Im Straßenverkehr gelten strenge Grenzwerte: Bereits ab 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blut drohen Konsequenzen. Bis Anfang März 2025 wurden bundesweit 397 von 836 Anträgen auf Anbauvereine genehmigt, wobei Nordrhein-Westfalen mit 113 Bewilligungen führend war, während Bayern nur neun Zulassungen erteilte. Kein Bundesland verzeichnete null Genehmigungen.
Die Cannabis-Wissenschaftsverantwortungsverordnung, in Kraft seit dem 17. Dezember 2024, ermöglicht zudem die Erforschung der Auswirkungen von Freizeitkonsum.
Die neuen Regelungen erlauben einen kontrollierten privaten und gemeinschaftlichen Umgang mit Cannabis, halten aber Restriktionen für den öffentlichen Konsum und die Verkehrssicherheit aufrecht. Bis März 2025 war fast die Hälfte aller Anträge auf Anbaugemeinschaften bewilligt – mit deutlichen regionalen Unterschieden. Gleichzeitig eröffnet die Reform neue Möglichkeiten für wissenschaftliche Studien zu den Folgen des Freizeitkonsums.






