19 March 2026, 18:18

Demokratie in Deutschland verliert bei jungen Menschen dramatisch an Zustimmung

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die seine politischen Grenzen zeigt, gedruckt auf Papier mit Text oben und unten.

Zufriedenheit mit der Demokratie in NRW bei Jugendlichen sinkt - Demokratie in Deutschland verliert bei jungen Menschen dramatisch an Zustimmung

Die Demokratie in Deutschland bleibt zwar stabil, sieht sich aber wachsenden Herausforderungen gegenüber – das geht aus dem aktuellen Demokratiebericht der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen hervor. Die Studie, die 2025 veröffentlicht wurde, zeigt einen deutlichen Rückgang der Zufriedenheit vor allem bei jüngeren Generationen, während das Vertrauen in politische Institutionen in fast allen Altersgruppen schwindet.

Für den Bericht wurden im Frühjahr 2025 mehr als 2.900 Menschen befragt; es handelt sich um die dritte Auflage der Untersuchung. Bei den 14- bis 18-Jährigen brach die Demokratiezufriedenheit von 77 Prozent im Jahr 2023 auf nur noch 47 Prozent im Jahr 2025 ein. Auch in der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen ging die Zustimmung um 14 Prozentpunkte auf 51 Prozent zurück. Selbst bei den 30- bis 44-Jährigen sank die Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie weiter – hier sind nur noch 43 Prozent überzeugt.

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Das Vertrauen in zentrale Institutionen – Politik, Wissenschaft, Strafverfolgungsbehörden sowie Entscheidungsgremien auf Bundes- und Landesebene – hat nachgelassen. Besonders stark war der Vertrauensverlust bei jüngeren Befragten. Dennoch gelten ältere Generationen weiterhin als die verlässlichsten Träger demokratischer Werte.

Die Umfrage förderte zudem besorgniserregende Haltungen zur Staatsführung zutage: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) stimmte der Aussage zu, die Gesellschaft brauche "eine starke Partei, die den Willen des Volkes verkörpert". 15 Prozent hielten sogar "unter bestimmten Umständen eine Diktatur für die bessere Regierungsform". Die Forscher betonten jedoch, dass die Menschen weiterhin zwischen demokratischen Idealen und deren konkreter Umsetzung unterscheiden – tatsächlich fielen die Zufriedenheitswerte höher aus, wenn es um die Demokratie nach dem Grundgesetz ging.

Als "mittelfristige Risiken" für die demokratische Stabilität wurden gesellschaftliche Belastungsfaktoren identifiziert, darunter persönliche Sorgen, wahrgenommene wirtschaftliche Notlagen und Zukunftsängste.

Die Ergebnisse verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen demokratischen Idealen und ihrer wahrgenommenen Umsetzung in der Praxis. Während ältere Generationen weiterhin an demokratischen Werten festhalten, zeigt sich bei Jüngeren eine zunehmende Enttäuschung. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Bewältigung wirtschaftlicher Probleme und der Wiederaufbau von Vertrauen in die Institutionen entscheidend sein werden, um die langfristige Widerstandsfähigkeit der Demokratie zu sichern.

Quelle