Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Steuerbetrugs angeklagt
Felix HoffmannCum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Steuerbetrugs angeklagt
In Siegburg bei Bonn hat ein neuer Prozess um Cum-Ex-Steuerhinterziehung begonnen. Drei ehemaligen Bankern wird vorgeworfen, Steuermindereinnahmen in Höhe von rund 280 Millionen Euro verursacht zu haben. Die Verhandlungen sollen mindestens 53 Tage dauern, weitere Anklagen sind noch vor Jahresende möglich.
Der Prozess findet in einem speziell errichteten Gerichtsgebäude für das Landgericht Bonn statt. Zwei der Angeklagten waren zuvor bei M.M. Warburg beschäftigt, während einem dritten Beschuldigten Beihilfe zu dem System vorgeworfen wird. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, durch Cum-Ex-Geschäfte Steuererstattungen für Aktien geltend gemacht zu haben, auf die tatsächlich nie Steuern gezahlt wurden.
Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Köln geführt. Ob ähnliche Verfahren in anderen Bundesländern laufen, wurde von den Behörden nicht bestätigt. Bis zu sieben weitere Anklagen könnten in den kommenden Monaten folgen.
Der Prozess soll bis Mitte Dezember andauern. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten erhebliche Strafen für ihre mutmaßliche Rolle in dem 280-Millionen-Euro-Steuerhinterziehungsfall. Weitere Verfahren könnten die juristischen Folgen des Cum-Ex-Skandals noch verlängern.






