17 March 2026, 02:15

Bayer zwischen Rekordverlust und Hoffnung auf Medikamenten-Durchbruch

Plakat mit einem Schwarz-Weiß-Bild einer Hand, die eine Bayer-Aspirin-Tablette hält, und dem Text "Das Bayer-Kreuz - Ihre Garantie für Reinheit" darunter.

Bayer zwischen Rekordverlust und Hoffnung auf Medikamenten-Durchbruch

Bayer hat ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich: Für 2025 meldete der Konzern einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung stieg zudem auf fast 30 Milliarden Euro – vor allem wegen der hohen Prozesskosten im Zusammenhang mit den Klagen gegen das Unkrautvernichtungsmittel Roundup. Trotz dieser Belastungen konnte die Pharmasparte des Unternehmens vielversprechende Ergebnisse vorlegen, was das Vertrauen der Anleger stärkte.

Das Medikament Kerendia (Finerenon) erreichte einen wichtigen Meilenstein, indem es in einer Phase-III-Studie zur nicht-diabetischen chronischen Nierenerkrankung (CKD) sein primäres Ziel erfüllte. Die FIND-CKD-Studie, an der über 1.500 Patienten teilnahmen, konzentrierte sich auf Personen mit Erkrankungen wie Bluthochdruck und chronischer Glomerulonephritis. Bayer plant nun, diese Daten der US-Arzneimittelbehörde FDA vorzulegen, um eine Zulassung für die erweiterte Anwendung von Kerendia über Typ-2-Diabetes hinaus zu beantragen. Eine erfolgreiche Genehmigung würde den Zugang zu einem deutlich größeren Patientenmarkt ermöglichen.

Die Aktie reagierte positiv auf die Nachricht und stieg um 4,71 % auf 40,25 Euro. Dieser Anstieg spiegelt die wachsende Zuversicht in die Pharmapipeline wider, die in den nächsten zehn Jahren die Markteinführung von zehn Blockbuster-Medikamenten vorsieht. Dennoch bleiben rechtliche Unsicherheiten bestehen – insbesondere im Zusammenhang mit den Roundup-Klagen.

Der Oberste Gerichtshof der USA wird am 1. April 2026 mündliche Verhandlungen zu den Warnhinweisen auf Roundup führen, mit einem Urteil wird bis Mitte Juni gerechnet. Anleger verfolgen den Fall genau, da eine für Bayer günstige Entscheidung die finanzielle Belastung des Konzerns verringern könnte. Die Hauptversammlung von Bayer, die ebenfalls für den 1. April 2026 angesetzt ist, wird über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen.

Ein Erfolg vor dem Obersten Gerichtshof in der Roundup-Sache in Kombination mit der möglichen Ausweitung von Kerendia könnte die finanzielle Perspektive von Bayer deutlich verbessern. Die Fähigkeit des Unternehmens, Schulden abzubauen und die Medikamentenentwicklung voranzutreiben, hängt von diesen anstehenden rechtlichen und regulatorischen Entscheidungen ab. Die Aktionäre werden die kommenden Weichenstellungen im Jahr 2026 mit großer Spannung verfolgen.

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