13 June 2026, 16:12

Angélica Liddells provokante Mishima-Hommage feiert Wiener Premiere

Wien-Festival: Ritualisierte Todesekstase

Angélica Liddells provokante Mishima-Hommage feiert Wiener Premiere

Angélica Liddells neueste Performance Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben hatte Premiere am Wiener Volkstheater. Die zweistündige Produktion taucht ein in das Leben und die Motive jener, die sich selbst das Leben nahmen. Sie ist Teil der Wiener Festwochen 2024, die in diesem Jahr unter dem Motto „Republik der Götter“ das Leben, den Tod und das Makabre beleuchten.

Das Stück bezieht sich stark auf das Leben und den Tod des japanischen Schriftstellers Yukio Mishima. Sein ritueller Selbstmord durch Seppuku, den Liddell auf der Bühne nachstellt, prägte ihre Ansichten zu Erotik, Schönheit und Sterblichkeit. Die Aufführung spiegelt auch eine persönliche Erfahrung wider: Am 7. Januar 2024 war Liddell in Madrid Zeugin des Suizids einer Frau.

Um die Geschichten greifbar zu machen, sammelte ihre Kompanie Atra Bilis Teatro Kleidungsstücke Verstorbener. Auf der Bühne trägt Liddell diese Kleidung und verkörpert so die letzten Momente und Schicksale fremder Menschen. Ein zentraler Höhepunkt der Vorstellung ist ihre leidenschaftliche Verteidigung des Suizids als bewusste Entscheidung.

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Das Werk konfrontiert das Publikum mit einer schonungslosen Erkundung von Tod und Sinn. Es fügt sich ein in den übergeordneten Fokus des Festivals auf existenzielle Themen. Liddells Performance wirft einen kompromisslosen, ungeschönten Blick auf den Akt des Sterbens und die dahinterstehenden Leben.

Quelle