17 March 2026, 10:17

Zuckerrübenanbau in Deutschland schrumpft – doch neue Pflanzenschutzmethoden wecken Hoffnung

Nahaufnahme einer Blatt schnittbiene auf dem Boden zwischen trockenen Blättern und Gras.

Zuckerrübenanbau in Deutschland schrumpft – doch neue Pflanzenschutzmethoden wecken Hoffnung

Deutsche Zuckerrübenbauern kämpfen mit fallenden Preisen, Schädlingsbefall und schrumpfenden Gewinnen. Viele haben ihre Anbauflächen reduziert, da die Konkurrenz durch billige Importe zunimmt. Doch neue Pflanzenschutzmethoden geben Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Die Herausforderungen sind deutlich: Krankheiten wie Stolbur und die Cercospora-Blattfleckenkrankheit sowie resistente Unkräuter bedrohen die Erträge. Gleichzeitig ist die Anbaufläche für Zuckerrüben seit 2023 um etwa 30.000 Hektar geschrumpft.

Die Zuckerrübenproduktion in Deutschland geht seit Jahren kontinuierlich zurück. 2023 umfasste die Anbaufläche noch rund 370.000 Hektar, doch bis 2026 sank sie auf etwa 340.000 Hektar. Die stärksten Rückgänge verzeichneten Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wo Werksschließungen und geringe Rentabilität die Bauern zum Rückzug zwangen.

Ein Betrieb in Höxter, geleitet von Marius Feldmann, verringerte seinen Rübenanbau von 160 Hektar im Jahr 2023 auf nur noch 118 Hektar bis 2026. Der massive Preisdruck und veränderte Marktbedingungen ließen kaum Spielraum. Ohne bessere Erlöse drohen weitere Kürzungen.

Krankheiten und Schädlinge bleiben ein großes Problem. Stolbur, Cercospora-Blattflecken und schwer bekämpfbare Unkräuter wie Hühnerhirse machen herkömmliche Lösungen unwirksamer. Notfallzulassungen für bestimmte Chemikalien brachten zwar Entlastung, doch Bauern setzen auf langfristig zugelassene Alternativen.

Neue Produkte zeigen vielversprechende Ergebnisse. Feldmann testete auf 44 Hektar Rinpode, ein Herbizid mit extrem niedriger Aufwandmenge. Die Bilanz fiel positiv aus: Es wirkte gut gegen Hühnerhirse und ließ sich problemlos mit anderen Mitteln kombinieren. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass es Ertrag und Zuckergehalt steigern könnte.

Neben Herbiziden setzen Erzeuger auf Fungizide und Biostimulanzien, um ihre Bestände zu schützen. Diese Innovationen könnten die Produktion stabilisieren – doch die Rentabilität bleibt das drängendste Problem. Steigen die Kosten weiter, während die Preise niedrig bleiben, könnten selbst die besten Lösungen nicht ausreichen, um die Betriebe zu retten.

Der Rückgang des Rübenanbaus gefährdet die heimische Zuckerversorgung. Ohne höhere Preise oder wirksameren Schutz vor Schädlingen und Krankheiten sind weitere Kürzungen absehbar. Neue Mittel wie Rinpode bieten zwar einen Hoffnungsschimmer – doch nachhaltige Stabilität hängt von tiefgreifenden Marktveränderungen ab.

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