Willich passt Kita-Angebote an sinkende Geburtenraten und Haushaltsdruck an
Julian KleinWillich passt Kita-Angebote an sinkende Geburtenraten und Haushaltsdruck an
Willich gestaltet seine Kinderbetreuungsangebote um, um sich an veränderte Bevölkerungsstrukturen und Haushaltszwänge anzupassen. Die Stadt hat Schließungen, Verlegungen und Erweiterungen in mehreren Kitas angekündigt, um das Angebot an die nachlassende Nachfrage in einigen Stadtteilen anzupassen. Eltern in den nördlichen Bezirken zeigen sich jedoch besorgt über die schrumpfende Auswahl vor Ort.
Die Pläne für einen Neubau der Kita Alperhof wurden aufgrund der hohen Kosten von fünf Millionen Euro verworfen. Stattdessen zieht die Einrichtung in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um. Diese Entscheidung folgt finanziellen Einschränkungen und einer prognostizierten Überkapazität von 440 Betreuungsplätzen bis 2029, bedingt durch sinkende Geburtenraten in den älteren Stadtvierteln.
Bis zum 31. Juli 2026 wird das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK geschlossen. Die vom AWO betriebene Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält eine letzte freiwillige Förderverlängerung bis zum 31. Juli 2027, danach wird über ihre Zukunft mit dem Träger verhandelt. Die Kita St. Irmgardis wird zum Ende des Kitajahres 2026/2027 schließen; ihr Gebäude soll ab 2027/2028 für die Villa Kunterbunt genutzt werden.
Die Villa Kunterbunt plant eine Erweiterung ihres Angebots, darunter Ganztagsbetreuung und Mittagsverpflegung, sowie eine Modernisierung des St.-Irmgardis-Standorts. Stadt und Kirchenverband werden die weiteren Anpassungen der Räumlichkeiten abstimmen. Für Eltern im Norden Willichs, wo sich vermehrt junge Familien niedergelassen haben, bedeuten die Schließungen längere Anfahrtswege – 16 Minuten mit dem Bus oder 9 Minuten mit dem Auto zur nächstgelegenen Einrichtung.
Die Veränderungen spiegeln Willichs Reaktion auf ungleiche demografische Entwicklungen wider: Während im historischen Kern weniger Kinder leben, steigt die Nachfrage im Norden. Die Stadt wird die Anpassungen der Betreuungsangebote weiter beobachten und sich auf die Umnutzung wenig genutzter Gebäude konzentrieren. Betroffene Eltern müssen auf alternative Verkehrsmittel oder nahegelegene Einrichtungen ausweichen.