27 April 2026, 02:38

Wiener Konferenz warnt: 25 Jahre UN-Resolution 1325 – Frauenrechte in Krisen bedroht wie nie

Eine Gruppe von Frauen in schwarzen Hemden und grünen Kopftüchern posiert mit Waffen vor einer Kulisse aus Gebäuden, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Wiener Konferenz warnt: 25 Jahre UN-Resolution 1325 – Frauenrechte in Krisen bedroht wie nie

Große Konferenz in Wien: 25 Jahre nach historischer UN-Resolution zu Frauen in Frieden und Sicherheit

In Wien hat am Montag eine bedeutende Konferenz begonnen, die an das 25-jährige Jubiläum der Verabschiedung einer wegweisenden UN-Resolution zur Rolle der Frauen in Frieden und Sicherheit erinnert. Die unter dem Titel "Frauen als Akteurinnen für Sicherheit und Frieden" stehende Veranstaltung findet zu einer Zeit statt, in der sich globale Konflikte zuspitzen und die Finanzierung von Programmen zur Gleichstellung der Geschlechter drastisch gekürzt wird. Vertreterinnen und Vertreter warnten, dass die Fortschritte beim Schutz von Frauen in vielen Regionen derzeit zurückgehen.

Die Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats war am 31. Oktober 2000 einstimmig verabschiedet worden. Sie erkannte erstmals an, dass Frauen in Kriegen überproportional leiden und eine zentrale Rolle im Friedensaufbau spielen müssen. Pramila Patten, die Sonderbeauftragte der Vereinten Nationen für sexuelle Gewalt in Konflikten, bezeichnete die Resolution als historischen Wendepunkt. Sie betonte, diese habe die "Politik für Frieden und Sicherheit für immer verändert".

Doch aktuelle Daten zeigen eine sich verschärfende Krise: In den vergangenen zwei Jahren stiegen die bestätigten Fälle konfliktbedingter sexualisierter Gewalt um 87 Prozent. Die Opfer sind zwischen einem und 75 Jahre alt. Gleichzeitig leben 676 Millionen Frauen in einem Umkreis von 50 Kilometern zu aktiven Konfliktgebieten.

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Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger unterstrich, dass der Ausschluss der Hälfte der Weltbevölkerung den nachhaltigen Frieden untergräbt. Sie verwies darauf, dass Frauen und Mädchen in Krisen die größten Sicherheitsrisiken tragen. Während die Militärausgaben mit 2,7 Billionen US-Dollar einen Rekordwert erreicht hätten, würden die Mittel für Frauenorganisationen gekürzt. Viele Gruppen an vorderster Front stünden nun vor der Schließung.

Patten nannte Afghanistan als erschreckendes Beispiel für Rückschritte. Sie warnte, dass hart erkämpfte Erfolge bei der Gleichberechtigung der Geschlechter durch Konflikte und Sparmaßnahmen zunichtegemacht würden.

Die Wiener Konferenz machte die wachsende Kluft zwischen politischen Zusagen und der Realität deutlich. Angesichts steigender sexualisierter Gewalt, sich ausweitender Konfliktzonen und tieferer Kürzungen forderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dringendes Handeln. Sie betonten, dass ein dauerhafter Frieden ohne die volle Teilhabe und den Schutz von Frauen nicht möglich sei.

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