Wie Sexpuppen Geschlechterbilder und Mediennarrative prägen – ein taz Queer Talk
Julian KleinWie Sexpuppen Geschlechterbilder und Mediennarrative prägen – ein taz Queer Talk
Ein taz Queer Talk erkundet die kulturellen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Sexpuppen – moderiert von Jan Feddersen. Zu Gast ist Susanne Regener, emeritierte Professorin für visuelle Kultur an der Universität Siegen. Ihre Forschung untersucht, wie diese Objekte Geschlechterverhältnisse, Mediennarrative und gesellschaftliche Wahrnehmungen prägen.
Susanne Regeners Arbeit umfasst Jahrzehnte und zeichnet die Geschichte von Sexpuppen sowie deren Darstellung in den Medien nach. Sie analysiert, wie Marketingstrategien das Kaufverhalten und die Interaktion mit diesen Objekten beeinflussen. Aktuell beschäftigt sie sich zudem mit True Crime, weiblichen Bildwelten, KI und der symbolischen Macht der Hand.
Über Sexpuppen hinaus erforscht Regener die Repräsentation marginalisierter und ausgrenzter Gruppen. Ihre Analysen reichen von Themen wie Liebe und Objektifizierung bis hin zu den Grenzen zwischen menschlichen und künstlichen Beziehungen. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit Queer Nations e.V., einer Berliner Initiative, organisiert.
Jan Feddersen, taz-Redakteur für Sonderprojekte, übernimmt die Moderation. Als Kurator der taz Talks und des taz lab bringt er Erfahrung in der Leitung von Diskussionen über komplexe kulturelle Themen mit. Ziel des Abends ist es, die Schnittstellen von Technologie, Begehren und gesellschaftlichen Normen auszuloten.
Aktuelle Studien erwähnen Sexpuppen zwar vereinzelt – etwa im Kontext von BDSM –, ordnen sie dort aber vor allem als Beispiele für Objektifizierung ein. Zudem zeigen Untersuchungen, dass Abbildungen von Sexpuppen im Vergleich zu realen Menschen oder KI-generierten Figuren als weniger attraktiv wahrgenommen werden. Langfristige Daten zu gesellschaftlichen Verschiebungen in ihrem kommerziellen und kulturellen Umgang fehlen jedoch weitgehend.
Der Talk bietet die Gelegenheit, zu diskutieren, wie Sexpuppen Geschlechterdynamiken widerspiegeln und herausfordern. Regeners Perspektiven speisen sich aus visueller Kultur, Medienanalyse und dem sich wandelnden Verhältnis zwischen Menschen und künstlichen Begleitern. Die Teilnehmer:innen erwarten eine kritische Auseinandersetzung mit einem oft übersehenen, doch kulturell bedeutsamen Phänomen.






