07 June 2026, 17:01

Wie neun Frauen mit dem DLR Collective gegen digitale Gewalt kämpfen

Hacktivisten nehmen sexuelle Inhalte herunter und erstellen eine Liste von Tätern; Es gibt bisher 44.000 Berichte von digitaler Gewalt in dieser Regierung

Wie neun Frauen mit dem DLR Collective gegen digitale Gewalt kämpfen

Neun Frauen, die digitale Gewalt überlebt haben, haben sich zusammengeschlossen, um gegen Missbrauch im Internet vorzugehen. Das DLR Collective, 2019 von Andy Torres gegründet, setzt sich dafür ein, explizite sexuelle Inhalte von sozialen Medien entfernen zu lassen. Kürzlich deckte die Gruppe einen großen Skandal auf, in den Regierungsvertreter im Bundesstaat Oaxaca verwickelt waren.

Die Initiative entstand, als Torres ihre Hacking-Fähigkeiten nutzte, um einer Freundin zu helfen, die Opfer digitaler Gewalt geworden war. Mittlerweile hat sich das Team zu einer engagierten Truppe entwickelt, die sich gegen Online-Missbrauch einsetzt. Täglich erreichen sie etwa 80 Meldungen über sexuelle Inhalte; zudem haben sie zwei Listen mit über 540 mutmaßlichen Tätern in Mexiko erstellt.

2024 enthüllte das DLR Collective die „Sierra-XXX-Gruppe“, ein Netzwerk von 140 Beamten aus Oaxaca, die sexuelle Inhalte mit Frauen teilten. Der Fall zeigte, wie tief digitale Gewalt in Institutionen verwurzelt sein kann. Allein zwischen Oktober 2024 und Mai 2026 gingen bei den Behörden 44.894 Bürgerbeschwerden über Verletzungen der sexuellen Privatsphäre ein.

Forensische Gutachten in Fällen sexueller Gewalt belegen oft, dass Opfer unter posttraumatischen Belastungsstörungen, Angstzuständen und Depressionen leiden. Viele scheuen sich, offizielle Anzeige zu erstatten, da juristische Verfahren monatelang dauern können – eine Situation, die Betroffene in Verzweiflung stürzt. Die Folgen digitaler Gewalt sind oft verheerend: Opfer brechen die Schule ab, kündigen ihre Jobs oder ziehen sich komplett aus dem sozialen Leben zurück.

Das DLR Collective prüft weiterhin Inhalte, verfolgt IP-Adressen und sammelt Daten über Täter. Ihre Arbeit ist für Überlebende oft die letzte Rettung und deckt gleichzeitig systemische Versäumnisse bei der Bekämpfung digitaler Gewalt auf. Angesichts tausender Meldungen pro Jahr bleibt das Ausmaß des Problems gewaltig – und dringend.

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