Wie eine griechische Gastarbeiterin in den 1970ern für Gleichberechtigung kämpfte
Julian KleinWie eine griechische Gastarbeiterin in den 1970ern für Gleichberechtigung kämpfte
In Deutschland wächst langsam eine Erinnerungskultur an die Kämpfe der Gastarbeiter:innen – vor allem durch die Gewerkschaften. Eine dieser Geschichten ist die von Irina Vavitsa, einer ehemaligen griechischen Gastarbeiterin, die sich in den 1970er-Jahren für gleiche Rechte einsetzte.
1971 kam Irina Vavitsa als Gastarbeiterin nach Deutschland. Sie fand eine Anstellung bei Hella, einem Zulieferer der Automobilindustrie in Lippstadt, wo sie in Baracken lebte, die einst während der NS-Zeit für Zwangsarbeiter:innen genutzt worden waren. Als ungelernte Arbeitskraft verdiente sie weniger als ihre deutschen Kolleg:innen und männlichen Kollegen.
1973, während der Ölkrise, beteiligte sich Vavitsa an einem Streik bei Hella. Die Arbeiter:innen forderten gleichen Lohn für alle – unabhängig von Nationalität oder Geschlecht. Der Streik dauerte drei Tage und endete mit einem kleinen, aber symbolträchtigen Erfolg: eine Lohnerhöhung von 50 Pfennig pro Stunde für migrantische Beschäftigte.
Mit heute 76 Jahren ist Vavitsa weiterhin in der IG Metall aktiv. Ihr Engagement und das anderer hilft dabei, das Gedenken an die Kämpfe der Gastarbeiter:innen für faire Behandlung wachzuhalten.
Der Streik bei Hella markierte einen wichtigen Moment für Gastarbeiter:innen in Deutschland. Er zeigte ihren Willen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und sich solidarisch an die Seite der deutschen Kolleg:innen zu stellen. Noch heute würdigen Gewerkschaften diese Beiträge zur Arbeitsgeschichte.
