Wie die "Manosphere" junge Männer radikalisiert und Frauenfeindlichkeit normalisiert
Julian KleinWie die "Manosphere" junge Männer radikalisiert und Frauenfeindlichkeit normalisiert
Frauenfeindlichkeit und toxische Männlichkeit verbreiten sich rasant in den sozialen Medien. Influencer in der sogenannten "Manosphere" verbreiten weiterhin extreme Ansichten und zielen dabei gezielt auf junge Männer ab, denen sie ein verzerrtes Bild von Geschlechterrollen vermitteln. Gleichzeitig häufen sich Berichte über mächtige Männer, die ihre Position missbrauchen – und stärken so eine Kultur der Straflosigkeit.
Bis März 2026 prägen prominente Figuren wie HSTikkyTokky (Harrison Sullivan), Myron Gaines und Justin Waller weiterhin Plattformen wie YouTube, Reddit und Twitter (X). Ihre Inhalte – eine Mischung aus Fitness-Tipps, Wirtschaftsratschlägen und provokanten Thesen – erreichen über algorithmusgesteuerte Netzwerke ein breites Publikum. Einige dieser Influencer behaupten offen, Frauen dürften kein Wahlrecht haben.
Digitale Räume sind zu Brutstätten frauenfeindlicher Rhetorik geworden. In Kommentarspalten und Foren werden Beleidigungen und abwertende Äußerungen gegen Frauen häufig mit Applaus bedacht. Dieser Anstieg an Feindseligkeit steht im Kontrast zum Niedergang von Bewegungen wie #MeToo, die einst solches Verhalten infrage stellten, heute aber weniger öffentliche Unterstützung erfahren.
Auch in Arbeitswelten und Institutionen handeln mächtige Männer oft ohne Konsequenzen. Viele Führungskräfte und Amtsträger scheinen zu glauben, sie könnten Frauen nach Belieben behandeln. Zwar sind ihre Handlungen nicht immer strafbar, doch bewegen sie sich häufig in einem tief verletzenden Graubereich.
Der Aufstieg der Manosphere und der anhaltende Machtmissbrauch durch Männer in Spitzenpositionen zeigen keine Anzeichen einer Verlangsamung. Soziale Medien verstärken weiterhin toxische Ansichten, während reale Konsequenzen für frauenfeindliches Verhalten selten bleiben. Das Ergebnis ist eine Umgebung, in der Feindseligkeit gegenüber Frauen – online wie offline – zunehmend als normal wahrgenommen wird.






