16 March 2026, 22:19

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Ernüchterung: Wer setzt sich durch?

Ein elegantes, modernes Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug mit glänzendem schwarzen Finish, das mit seinen Komponenten einschließlich der Batterie und des Kraftstofftanks beschriftet ist, vor einem hellgelben Hintergrund.

Wasserstoffbranche zwischen Hoffnung und Ernüchterung: Wer setzt sich durch?

Die Wasserstoffbranche sendet diese Woche gemischte Signale. Während einige Unternehmen ehrgeizige Projekte vorantreiben, kämpfen andere weiterhin mit Zuverlässigkeitsproblemen und schwindendem Investorenvertrauen. Die Kursbewegungen wichtiger Akteure spiegeln sowohl Optimismus als auch Skepsis in der Branche wider.

In Deutschland bleiben die wasserstoffbetriebenen Müllfahrzeuge in Bielefeld weiter in der Kritik – doch die Stadtverantwortlichen geben sich unbeeindruckt. Gleichzeitig entwickelten sich die Aktienkurse von Branchengrößen wie ITM Power und Nel ASA in entgegengesetzte Richtungen und unterstreichen damit die Volatilität des Sektors.

Die städtische Abfallwirtschaft in Bielefeld erntet Spott für ihre Wasserstoff-Müllwagen, die seit Wochen wegen Treibstoffmangels stillstehen. Dies wirft Fragen zur grünen Verkehrswende der Stadt auf. Trotz der Rückschläge betonen die Verantwortlichen, es handele sich um vorübergehende Kinderkrankheiten einer neuen Technologie.

An den Märkten eröffnete die Aktie von ITM Power mit einem Minus von 2,1 Prozent und fiel auf 0,73 Euro. Das Unternehmen hatte kürzlich die finale Investitionsentscheidung für ein großes Wasserstoffprojekt bekannt gegeben, steht aber unter Druck, seine wirtschaftliche Tragfähigkeit unter Beweis zu stellen. Investoren warten nach Jahren hoher Ausgaben auf greifbare Ergebnisse.

Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA verzeichnete dagegen in Stuttgart ein Plus von 2,5 Prozent und kletterte auf 0,192 Euro. Die Aktie pendelt zwar weiterhin nahe ihrem Allzeittief von 0,17 Euro (2023), doch eine kleine, aber überzeugte Anhängerschaft setzt weiter auf das langfristige Potenzial. Seit dem Tiefpunkt hat sich der Kurs bis März 2026 jedoch dramatisch erholt – um rund 400 Prozent auf etwa 0,85 Euro. Ausschlaggebend waren erneuerte EU-Subventionen, die globale Energiewende nach den Wahlen 2024 sowie Partnerschaften, etwa mit Siemens Energy ab 2025.

Jenseits Europas hat Bloom Energy nach einem großen Brennstoffzellenauftrag von Oracle im vergangenen Jahr an Wert verloren. Die Hoffnungen auf Folgeaufträge sind verflogen, was bei Investoren Zweifel an den Wachstumsaussichten des Unternehmens nährt.

Die Wasserstoffbranche steht am Scheideweg. Während Bielefeld mit Infrastrukturproblemen hadert, profitiert Nel ASA von externen Impulsen – ein Beispiel dafür, wie stark der Sektor von äußeren Einflüssen abhängt. Für Unternehmen wie ITM Power und Bloom Energy wird es nun entscheidend sein, Versprechen in Taten umzusetzen, um das Vertrauen der Anleger nicht zu verspielt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob aus ambitionierten Plänen stabiler Fortschritt wird.

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