Warum immer mehr US-Konzerne Delaware den Rücken kehren und nach Texas ziehen
Julian KleinWarum immer mehr US-Konzerne Delaware den Rücken kehren und nach Texas ziehen
Ein neuer Trend in den USA gewinnt an Dynamik: Immer mehr Großunternehmen verlegen ihren rechtlichen Firmensitz von Delaware in andere Bundesstaaten. Diese Entwicklung, auch als 'DEXIT' bezeichnet, spiegelt eine breitere Suche nach günstigeren Rahmenbedingungen wider. Der Anstoß für die Bewegung kam im Januar 2024, als das Delaware Court of Chancery das umstrittene Gehaltspaket von Elon Musk für Tesla für ungültig erklärte. Seitdem haben zahlreiche Unternehmen aus der Fortune-500-Liste ihren Sitz nach Texas verlegt. Treibende Faktoren sind dabei regelbasierte Systeme, die Anwerbung von Fachkräften und der Wunsch nach größerer betrieblicher Flexibilität.
Texas lockt mit einem besonders unternehmensfreundlichen Klima, niedrigeren Steuern und einem neu gegründeten Wirtschaftsgericht. Zudem hat der Bundesstaat mittlerweile mehr Beschäftigte im Finanzsektor als New York City und hat Kalifornien als Staat mit den meisten Hauptsitzen von Fortune-500-Unternehmen überholt. Einige Firmen entscheiden sich auch für Nevada oder andere wirtschaftsfreundliche Bundesstaaten.
Als Gründe für den Umzug nennen die Unternehmen geringere rechtliche Risiken, Kosteneinsparungen und die Nähe zu ihren operativen Geschäften. Auch das Verbot von ESG-Richtlinien (Environmental, Social, Governance) zieht Firmen nach Texas. Die DEXIT-Bewegung zeigt, wie Unternehmen zunehmend nach Standorten mit besseren wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen suchen. Texas hat sich dabei als führender Standort etabliert, während andere Bundesstaaten ebenfalls von der Entwicklung profitieren.
