28 March 2026, 14:21

Warendorf behält umstrittene Straßennamen mit NS-Bezug bei

Schwarzes und wei├čes Foto einer Stra├če mit Geb├Ąuden, Fenstern, Gel├Ąndern, Namensschildern und einer Stra├če unten.

Warendorf behält umstrittene Straßennamen mit NS-Bezug bei

Stadtrat von Warendorf behält Straßen mit NS-Bezug bei

Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, die Namen von drei Straßen mit Verbindungen zum Nationalsozialismus beizubehalten. Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten und eine Empfehlung eines Bürgergremiums, die Straßen umzubenennen. Letztlich setzten sich jedoch Haushaltsbedenken und der Widerstand der Anwohner durch, was die endgültige Abstimmung beeinflusste.

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Bei den umstrittenen Straßen handelt es sich um die Heinrich-Tenhumberg-Straße, die Wagenfeldstraße und den Agnes-Miegel-Weg, die wegen ihrer historischen Verknüpfungen für eine mögliche Umbenennung vorgeschlagen worden waren. Das Bürgergremium hatte Änderungen angeregt, doch die Mehrheitskoalition aus CDU und Freien Wählergemeinschaft (FWG) blockierte den Vorschlag. Als entscheidenden Grund nannten sie die Kosten von 5.700 Euro für den Austausch der Straßenschilder.

Der Ratsherr André Wenning (FWG) argumentierte, dass Gespräche mit Anwohnern gezeigt hätten, dass die Mehrheit gegen eine Umbenennung sei. Alternativvorschläge, wie etwa die Anbringung eines Zitats des Warendorfer Autors Paul Schallück, wurden ebenfalls abgelehnt. Reinhold Schoppmann, Mitglied des Bürgerbündnisses, kritisierte unterdessen den Rat scharf dafür, den Rat des Gremiums ignoriert zu haben.

Die Entscheidung bedeutet, dass die Straßen ihre bisherigen Namen behalten. Zudem bleibt eine Tafel mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel im Rathaus ausgestellt. Warendorfs Beschluss steht im Kontrast zu anderen deutschen Städten, wo ähnliche Debatten bereits zur Umbenennung von Straßen geführt haben, die mit NS-Größen oder umstrittenen historischen Persönlichkeiten in Verbindung stehen.

Mit dem Beschluss des Rates bleiben die drei Straßennamen unverändert. Ausschlaggebend für das Ergebnis waren die finanziellen Kosten und die Rückmeldungen der Bürger. Vorerst werden Warendorfs Straßen – und ihre historischen Bezüge – also bestehen bleiben.

Quelle