Viersen droht 2026 ein 39-Millionen-Defizit – droht die Insolvenz bis 2031?
Elias KochViersen droht 2026 ein 39-Millionen-Defizit – droht die Insolvenz bis 2031?
Viersen steht vor einer sich verschärfenden Finanzkrise: Prognosen zufolge droht der Stadt im Jahr 2026 ein Defizit von 39 Millionen Euro. Ohne grundlegende Reformen könnte Viersen bis 2031 sogar in die Insolvenz rutschen. Nun prüfen die Verantwortlichen schwierige Maßnahmen – von Steuererhöhungen bis hin zu engerer Zusammenarbeit mit Nachbarcommunen, um die Ausgaben zu senken.
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) warnt jedoch, dass höhere Gewerbesteuern die wirtschaftliche Attraktivität der Stadt schwächen könnten. Stattdessen plädiert sie für gemeinsame Dienstleistungen und die Ausweisung weiterer Gewerbegebiete, um die finanzielle Belastung zu verringern.
Die Haushaltsprobleme Viersens haben ihre Ursache vor allem in steigenden Kosten, insbesondere bei der Jugendhilfe und der Kreisumlage. Bis mindestens 2029 werden jährliche Fehlbeträge von 25 bis 35 Millionen Euro erwartet. Der Entwurf für den Haushalt 2027 sieht daher vor, notfalls die Grundsteuer (Typ B) oder die Gewerbesteuer zu erhöhen, falls andere Sparmaßnahmen nicht greifen.
Viersen erhebt bereits jetzt die zweit höchsten Grundsteuern für gewerbliche Immobilien im IHK-Bezirk. Weitere Erhöhungen könnten die Stadt für Unternehmen noch unattraktiver machen, gibt die IHK zu bedenken. Sie fordert stattdessen eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit, um Verwaltung zu verschlanken und Dienstleistungen gemeinsam anzubieten.
Zwar unterstützt die IHK den freiwilligen Konsolidierungskurs der Stadt, doch die Personalkosten bleiben ein wachsendes Problem. Zudem regt die Kammer an, mehr Gewerbeflächen auszuweisen, um die kommunalen Einnahmen zu steigern. Vergleichbare Erfolgsbeispiele für gelungene interkommunale Zusammenarbeit im Regierungsbezirk Düsseldorf gibt es jedoch bisher nicht.
Ohne Gegensteuer wird sich die finanzielle Schieflage Viersens weiter verschärfen – und der Stadt bleiben kaum Alternativen zu Steuererhöhungen oder drastischen Ausgabenkürzungen.
Die kommenden Jahre werden für Viersen entscheidend sein. Während Steuererhöhungen die Wettbewerbsfähigkeit gefährden könnten, bietet die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen eine Chance, die Kosten zu senken. Ob die Stadt die Insolvenz abwenden kann, hängt davon ab, wie konsequent sie diese Maßnahmen umsetzt.