Verschollene Migrantenkinder: US-Behörden starten Großfahndung in Pennsylvania
Julian KleinVerschollene Migrantenkinder: US-Behörden starten Großfahndung in Pennsylvania
In den USA bleibt das Schicksal Tausender unbegleiteter Migrantenkinder ungewiss. Viele von ihnen gelten als verschwunden, nachdem sie bei Patenfamilien oder Angehörigen untergebracht wurden. Nun greifen Bundes- und Landesbehörden gemeinsam ein, um die Jugendlichen ausfindig zu machen und ihr Wohl zu überprüfen.
Die Bemühungen konzentrieren sich besonders auf den Bundesstaat Pennsylvania, der seit 2015 fast 13.000 dieser Minderjährigen aufgenommen hat. Eine landesweite Initiative soll Licht in die Fälle bringen und sicherstellen, dass die Kinder in Sicherheit sind. Die Zusammenarbeit zwischen Bundesagenten und lokalen Behörden hat bereits erste Erfolge gezeigt. In Pennsylvania unterstützt Constable Chris Lee die Ermittlungen und hat in seinem Zuständigkeitsbereich bereits 300 unbegleitete ausländische Minderjährige (UAC) identifiziert, bei denen Kindeswohlprüfungen notwendig sind. Insgesamt haben 18 Konstabler des Bundesstaats die 287(g)-Vereinbarungen mit dem US-Einwanderungs- und Zolldienst (ICE) unterzeichnet, um aktiv an der Migrationsdurchsetzung mitzuwirken.
Die Initiative baut auf früheren Erfahrungen auf: ICE und der Homeland Security Investigations (HSI) arbeiteten bereits mit Strafverfolgungsbehörden in Florida und Minnesota zusammen. Dabei wurden Hunderte nicht erfasste UAC aufgespürt. Die aktuellen Maßnahmen folgen auf eine Überprüfung der Trump-Administration, die während der Amtszeit von Präsident Biden über 350.000 als ‚vermisst‘ eingestufte UAC untersucht hatte.
Der US-Senat hat kürzlich ein 70-Milliarden-Dollar-Paket verabschiedet, das unter anderem ICE und den Grenzschutz stärken soll. Ein Teil der Mittel fließt in die Suche nach den verschwundenen Kindern. Die Aktion reagiert auf jahrelange Besorgnis über das Wohl und den Verbleib der Minderjährigen, die nach ihrer Ankunft in den USA oft ohne ausreichende Nachverfolgung an Familien oder Betreuer übergeben wurden. Die gemeinsamen Anstrengungen von Bundes- und Landesbehörden zielen darauf ab, die Lücken im System zu schließen und den Schutz der Kinder zu verbessern. Durch systematische Kindeswohlprüfungen und die enge Zusammenarbeit mit ICE soll verhindert werden, dass weitere Minderjährige in der Obhut von Patenfamilien oder Angehörigen verschwinden.
Die Maßnahmen zeigen, wie dringend eine koordinierte Lösung für das langjährige Problem ist. Ob die Initiative langfristig Erfolg hat, wird sich in den kommenden Monaten zeigen – besonders in Bundesstaaten wie Pennsylvania, die besonders viele unbegleitete Migrantenkinder aufgenommen haben.






