15 March 2026, 04:15

Umweltkriminalität in NRW: Großrazzia deckt flächendeckende illegale Sondermüll-Entsorgung auf

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melde illegalen Müll und Littering" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Umweltkriminalität in NRW: Großrazzia deckt flächendeckende illegale Sondermüll-Entsorgung auf

Großangelegte Ermittlungen zu Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen ausgeweitet

Die Ermittlungen in einem schweren Umweltvergehen in Nordrhein-Westfalen haben deutlich an Fahrt aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft führt nun mindestens 12 weitere Unternehmen als Beschuldigte im Zusammenhang mit der illegalen Entsorgung von Sondermüll auf. Die seit eineinhalb Jahren laufenden Untersuchungen haben flächendeckende illegale Abfallablagerungen an mehreren Standorten aufgedeckt.

Im Mittelpunkt des Falls steht ein Abfallhändler aus Unna, der bereits 2024 wegen Umweltstraftaten verurteilt wurde. Damals erhielt er eine dreijährige Haftstrafe, wurde jedoch nach zwei Dritteln der Strafe vorzeitig entlassen. Seine Vorstrafen umfassen Bestechung, Steuerhinterziehung sowie die illegale Deponierung von 25.000 Tonnen Ölpellets in Schermbeck zwischen 2010 und 2013.

Bei einer Razzia auf seinem Anwesen im März 2026 beschlagnahmten die Behörden 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände in seinem Fahrzeug. Den Ermittlern zufolge soll er seit Januar 2024 gemeinsam mit Komplizen gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und umdeklariert haben, um sie illegal zu entsorgen.

An mehreren Orten wurden große Mengen belasteter Erde entdeckt. Rund 23.000 Tonnen wurden in Selfkant abgelagert, eine ähnliche Menge in Kamp-Lintfort. Auch der Tagebau Garzweiler soll betroffen sein. Dem Hauptverdächtigen werden nun der Betrieb illegaler Abfallanlagen, der unerlaubte Umgang mit Gefahrstoffen sowie organisierter Betrug vorgeworfen.

Die Ermittlungen haben sich inzwischen auf Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen ausgeweitet. Neben den zunächst genannten Unternehmen wie Veolia stehen mindestens zwölf weitere unter Verdacht. Die Staatsanwaltschaft arbeitet eng mit dem WDR und Landesbehörden zusammen, um das Ausmaß der Machenschaften aufzudecken.

Die Untersuchungen legen ein Netzwerk von Firmen offen, die angeblich systematisch an der illegalen Abfallentsorgung beteiligt waren. Mit mehreren kontaminierten Standorten und weiteren Verdächtigen bleibt der Fall weiterhin in Bearbeitung. Ob es zu weiteren Festnahmen oder Anklagen kommt, steht derzeit noch nicht fest.

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