Tödlicher Brand in Crans-Montana: Sicherheitsbehörden unter schwerem Verdacht
Amelie FrankeTödlicher Brand in Crans-Montana: Sicherheitsbehörden unter schwerem Verdacht
Ermittlungen zum tödlichen Brand in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana werfen schwere Fragen zur Sicherheitsaufsicht auf
Die laufenden Ermittlungen zum verheerenden Brand in der Bar Le Constellation in Crans-Montana haben ernste Zweifel an der Sicherheitskontrolle geweckt. Georges T., der kommunale Sicherheitschef der Gemeinde, wurde am Freitag von der Staatsanwaltschaft zu seiner Rolle bei den unterbliebenen Inspektionen vernommen. Auch die Betreiber der Bar geraten zunehmend in den Fokus – es mehren sich Vorwürfe möglicher Fahrlässigkeit.
Der Brand in der Le Constellation hat langjährige Versäumnisse bei den Sicherheitsüberprüfungen offenbart. Zwischen 2019 und 2025 oder 2026 blieb die Bar – wie mehrere andere Betriebe auch – ohne Kontrollen. Georges T. führte die Panne auf eine IT-Systemaktualisierung zurück: Die für die Sicherheitsmanagement verwendete Software sei überarbeitet worden, was zu Verzögerungen bei der Aktualisierung der Unterlagen geführt habe.
Während der Anhörung am Freitag räumte Georges T. ein, dass ihm eine spezifische Zertifizierung im Brandschutz fehle, obwohl er über eine allgemeine Qualifikation in Arbeitssicherheit verfüge. Nun prüft die Staatsanwaltschaft, ob eine solche Brandschutz-Zertifizierung für seine Position gesetzlich vorgeschrieben war.
Neue Details zum Brandnacht sind ebenfalls bekannt geworden. Jacques Moretti, Miteigentümer der Le Constellation, wirkte während der Verhandlung sichtbar mitgenommen und schilderte seine Erschütterung über die Tragödie. Ein Mitarbeiter soll zudem zugegeben haben, eine Servicetür verschlossen zu haben, die möglicherweise als Fluchtweg gedient hätte – so Morettis Aussage.
Die Ermittlungen konzentrieren sich weiterhin auf die unterlassenen Kontrollen, organisatorische Versäumnisse sowie die Verantwortung von Bar-Personal und kommunalen Beamten.
Die Staatsanwaltschaft versucht nach wie vor, die genauen Umstände des Brandes zu rekonstruieren, darunter die Frage, ob Fahrlässigkeit eine Rolle spielte. Der Fall hat strukturelle Mängel in der Sicherheitspraxis ans Licht gebracht: Ungenkontrollierte Betriebe und unklare Zertifizierungsanforderungen stehen nun auf dem Prüfstand. Weitere Anhörungen sind zu erwarten, während die Behörden nach Klärung der Verantwortlichkeiten suchen.






