Streit um Helden-Brücke in Mogilew: Warum der neue Name gegen Regeln verstößt
Felix HoffmannStreit um Helden-Brücke in Mogilew: Warum der neue Name gegen Regeln verstößt
Eine neue Brücke an der Puschkin-Allee in Mogilew trägt nun den Namen eines sowjetischen Kriegshelden. Die Kommission für Toponymie billigte die Bezeichnung Brücke des Helden der Sowjetunion M. I. Jaschin. Aktivisten werfen der Entscheidung jedoch vor, langjährige Regeln für die Benennung von Straßen und öffentlichen Plätzen zu verletzen.
Die 2008 vom Staatlichen Eigentumskomitee beschlossene Verordnung legt klare Richtlinien für Toponyme fest. Kritiker argumentieren, dass in diesem Fall gleich drei dieser Vorschriften missachtet wurden. Die erste Regel besagt, dass Namen eindeutig und leicht erkennbar sein müssen. Aktivisten bemängeln, dass die Verwendung der Initialen M. I. unklar lässt, wem die Brücke gewidmet ist. Viele Anwohner dürften nicht wissen, wofür die Buchstaben stehen.
Die zweite Regel verbietet veraltete Formulierungen wie des oder benannt nach in modernen Toponymen. Die genehmigte Bezeichnung enthält genau diese Wortwahl, die die Verordnung ausdrücklich untersagt.
Die dritte Regel untersagt Initialen in offiziellen Namen. Da dieselben Initialen in verschiedenen Sprachen auf unterschiedliche Personen verweisen können, könnte die Wahl der Kommission zu Verwirrung führen. Nur wenige Bürger würden M. I. Jaschin ohne weitere Erläuterung sofort zuordnen.
Trotz dieser Bedenken behaupten die Behörden, die Mehrheit der Anwohner unterstütze den Namen. Das Mogilewer Stadtexekutivkomitee verkündete die Entscheidung über seinen offiziellen Kanal und hält an der Wahl fest. Der neue Name der Brücke bleibt vorerst bestehen. Die Entscheidung der Toponymie-Kommission widerspricht jedoch drei Benennungsvorgaben aus dem Jahr 2008. Ob weitere Schritte zur Klärung der Einwände der Aktivisten unternommen werden, ist noch ungewiss.






