Streit um Gipsabbau bei Würzburg: Genehmigung rückt näher – doch Trinkwasser bleibt Risiko
Julian KleinStreit um Gipsabbau bei Würzburg: Genehmigung rückt näher – doch Trinkwasser bleibt Risiko
Ein geplantes Gipsabbauprojekt in der Nähe von Würzburg ist einen Schritt näher an die Genehmigung gerückt. Die Regierung von Unterfranken kam in ihrer Bewertung zu dem Schluss, dass der Betrieb keine unkontrollierbaren Risiken berge – vorausgesetzt, es werden strenge Auflagen eingehalten. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei der Bergbehörde Nordbayern, die bis Ende des Jahres fallen soll.
Das Unternehmen Knauf plant, in der Region 50 Jahre lang unterirdische Gipsvorkommen abzubauen und dabei jährlich eine Million Tonnen zu fördern. Das Gebiet ist jedoch von entscheidender Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Gemeinden.
Laut der behördlichen Einschätzung seien die Risiken beherrschbar, sofern Knauf die strengen Vorgaben einhalte. Ein Restrisiko bleibe zwar bestehen, doch bei einem Absinken des Grundwasserspiegels müssten die Arbeiten eingestellt werden. Das Unternehmen begrüßte die Ergebnisse und bezeichnete sie als eine weitere fachliche Bestätigung für das Vorhaben.
Im Rahmen des raumordnerischen Prüfverfahrens wurden 79 Behörden angehört und über 4.300 öffentliche Einwände geprüft. Zudem sammelte eine Online-Petition gegen das Projekt mehr als 5.600 Unterschriften. Die Grünen kritisierten die Bewertung jedoch scharf und warf der Regierung vor, die Gefahren für das Trinkwasser zu unterschätzen.
Die Bergbehörde Nordbayern wird bis Ende 2024 die abschließende Entscheidung treffen. Bei einer Genehmigung müsste Knauf strenge Auflagen erfüllen, um die Risiken zu minimieren. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob das Projekt voranschreitet oder mit weiteren Verzögerungen rechnen muss.
